07.03.2013
Frauentag: IG Metall will Konkretes

Es ist so eine Sache mit dem Internationalen Frauentag am 8. März: Wenige Tage zuvor entdecken viele plötzlich ihr Engagement für die Gleichstellung und bringen es möglichst Image-fördernd an die Öffentlichkeit. Leider bleibt es meist dabei, und im April ist alles schon wieder vergessen. Anders ist es bei der IG Metall, die an vielen Stellen - Stichwort Quote - handelt, statt nur zu reden.

Neben der konkreten Umsetzung von Gleichstellungsansätzen im eigenen Bereich fordert die IG Metall ohne Nachlassen immer wieder auch entsprechende politische Schritte. Anlässlich des Internationalen Frauentages 2013 hat sie sich in diesem Sinne an alle politischen Parteien gewandt und die Entwicklung konkreter Maßnahmen für die tatsächliche Gleichstellung eingefordert.

Kampf um Gleichstellung nicht gewonnen

"Der Kampf um die wirkliche Gleichstellung von Frauen ist noch lange nicht gewonnen. Zu vielen Frauen wird die Wahlfreiheit über den eigenen Lebensweg  noch immer genommen, und zwar durch fehlende Chancengleichheit, Entgeltgerechtigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Diesen Missstand muss die Politik dringend mit politischen Initiativen beheben" - so bringt es Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, auf den Punkt.

Verbindlichkeit statt Lippenbekenntnis

Konkret will die IG Metall unter anderem eine gesetzliche Regelung für echte Chancengleichheit in den Unternehmen in Form einer verbindlichen Frauenquote. Die Selbstverpflichtung der Unternehmen ist wie so oft bei freiwilligen Maßnahmen, mit denen gesetzlichen Auflagen vorgebeugt werden soll, wirkungslos geblieben: Gerade einmal 13 Prozent der Dax-Vorstände und 15 Prozent der Aufsichtsräte in Deutschland sind Frauen, ein Großteil letzterer wie zu erwarten auf der Arbeitnehmerseite.

Weitere Ansätze betreffen generelle Forderungen, von deren Erfüllung Frauen besonders profitieren würden, beispielweise der flächendeckende Mindestlohn und eine Reform der Minijob-Regelung. Echte Entgeltgerechtigkeit könnte ein Gesetz schaffen, um hier endlich die Schlusslichtrolle Europas aufzugeben. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ohnehin ein Grundsatzanliegen der IG Metall, würde mit gesetzlichen Regelungen gewährleisten, dass Männer und Frauen auch inder Praxis gleichberechtigt Verantwortung für die Familie übernehmen können.

Kulturwandel mit konkreten Verbesserungen

Brenner fasst die Perspektive zusammen: "Unser Ziel ist die echte Wahlfreiheit der Frauen, welchen Lebensweg sie wie gehen möchten. Zum Glück hat ein Kulturwandel eingesetzt, dem antiquierte politische Vorstellungen und überholte Rollenbilder auf Dauer nicht Stand halten werden. Wir werden uns dafür einsetzen, dass dieser Kulturwandel weitergeht und sich in konkreten Verbesserungen niederschlägt."

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