04.03.2013
Zeitarbeit geht auf die Knochen

LeiharbeitnehmerInnen haben der Statistik zufolge deutlich mehr krankheitsbedingte Fehltage als Erwerbstätige in regulären Beschäftigungsverhältnissen. Die Ursachen sind neben tendenziell körperlich anstrengenden Tätigkeiten Belastungen, die spezifisch für ihre prekäre Erwerbslage ist.

"Zeitarbeit geht auf die Knochen" fasst die Techniker Krankenkasse in einer Pressemitteilung vom 28. Februar zusammen, in der sie vor den Auswirkungen der Leiharbeit auf das Befinden der Betroffenen warnt. Im Durchschnitt fehlten sie im Jahr 2012 17,8 Tage, Menschen mit normaler Beschäftigung hingegen nur 13,3.

Negativer Einfluss

Die TK bestätigt den in diesem Zusammenhang naheliegenden Verdacht, dass die erhebliche Differenz mit den Besonderheiten der prekären Beschäftigung zusammenhängt: "Wir wissen aus Umfragen, dass vor allem die Arbeitsplatzunsicherheit, die Einkommenssituation sowie die Diskrepanz zwischen der Tätigkeit in der Leiharbeit und der eigentlichen Qualifikation belasten." An vorderster Stelle der Erkrankungen stehen der Erhebung zufolge Muskel-Skelett-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Verletzungen, Vergiftungen - und psychische Krankheiten.

Die Daten werden auch Befürworter der Leiharbeit kaum herunterspielen oder schlüssig differenzieren können: Der Gesundheitsreport der TK basiert auf Krankschreibungen und Arzneimitteldaten der knapp vier Millionen berufsstätigen Kunden der Kasse. Sie fordert nun, entsprechende Konsequenzen zu ziehen: "Es sollte selbstverständlich sein, dass die entleihenden Betriebe für alle Beschäftigten ein gesundes Arbeitsumfeld schaffen. Wichtig ist aber auch, dass die Zeitarbeitsfirmen ihre Mitarbeiter in Beschäftigungspausen weiter qualifizieren und ihre Gesundheit fördern." 

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