20.02.2013
IG Metall Bayern empfiehlt Forderungsvolumen nicht unter 5,5 Prozent

(Pressedienst Nr. 06 / 2013) Die Tarifkommission der IG Metall für die bayerische Metall- und Elektroindustrie hat dem Vorstand der IG Metall bei ihrer heutigen Sitzung in Ingolstadt für die weitere Diskussion der Entgeltforderung in der Metall- und Elektrotarifrunde 2013 eine Forderung von nicht unter 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten empfohlen.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist neben dem Inflationsausgleich und der Produktivitätssteigerung die insgesamt stabile wirtschaftliche Entwicklung der Branche, die eine spürbare Umverteilungskomponente absolut rechtfertigt. Die Tarifkommission sieht daher keinen Grund zur Bescheidenheit.

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, erklärte dazu: „Die Prognosen für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Jahres 2013 haben sich nach der Unsicherheit im zweiten Halbjahr 2012 stabilisiert und sind unter dem Strich positiv. Dies entspricht auch dem Bild, das unsere aktuelle Betriebsrätebefragung ergeben hat.“ Insbesondere in Bayern weisen die Zahlen für Auftragseingänge und Produktion in der Automobilindustrie und dem Maschinenbau erkennbar und stärker nach oben als in anderen Regionen in Deutschland. Wechsler fasste vor diesem Hintergrund zusammen: „Entgegen der Darstellung der Arbeitgeber in den Medien ist in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie insgesamt kein realistisches Krisenszenario zu erkennen.“

Die Tarifkommission berücksichtigte bei ihrer Empfehlung jedoch auch, dass die Lage in der Metall- und Elektroindustrie inhomogen ist und sich manche Unternehmen in einer schwierigen Situation befinden. Dies gilt es in der Forderungsdiskussion zu berücksichtigen, so Wechsler: „Wir wollen mit allen Beschäftigten aus allen tarifgebundenen Betrieben gemeinsam eine erfolgreiche Tarifrunde gestalten.“

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die starke Exportabhängigkeit, die in einigen Unternehmen der deutschen Metall- und Elektroindustrie durch Schwankungen der Weltwirtschaft und die Krise in Südeuropa Probleme verursacht. Dieser Umstand ist unter Wirtschaftsexperten unbestritten und lässt nur eine logische Schlussfolgerung zu, so Wechsler: „In der Tarifrunde 2013 muss in besonderem Maße die Kaufkraft der Beschäftigten hier im Land gestärkt werden.“ Der verteilungsneutrale Spielraum als Summe aus gesamtwirtschaftlicher Inflationsrate und Produktivitätssteigerung wird von führenden Wirtschaftsinstituten in einem Spektrum von drei bis 3,5 Prozent gesehen, die zusätzliche Kaufkraftsteigerung muss also durch eine deutliche Verteilungskomponente erreicht werden.

Die heutige Forderungsempfehlung der IG Metall Bayern wird in die Entscheidung des IG Metall-Vorstandes einfließen, der seinerseits am 4. März 2013 einen Forderungsrahmen empfiehlt. Auf dessen Grundlage beschließen in der Folge die Tarifkommissionen aller Tarifbezirke ihre endgültigen Forderungen, über deren Genehmigung der Vorstand der IG Metall am 15. März entscheidet. Die erste Tarifverhandlung für Bayern findet am 19. März 2013 in Unterhaching statt.

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