18.02.2013
Holz und Kunststoff: Zumutung statt Angebot

Die Arbeitgeber in der Holz- und Kunststoffverarbeitenden Industrie haben sich mittlerweile mühsam dazu durchgerungen, ihre eigenen Vorstellungen zur Tariferhöhung vorzulegen. Ein Angebot kann man diese allerdings kaum nennen, denn eigentlich handelt es sich eher um eine Zumutung.

Gar nichts, Einmalzahlung und zwei Prozent

Die HVI-Arbeitgeber wollen die Beschäftigten offenbar am liebsten mit Sägespänen abspeisen: Für Januar bis April 2013 soll es nach ihrer Meinung gar nichts geben, für Mai bis August dann schlappe 200 Euro als Einmalzahlung - mit betrieblicher Option auf Streichung und, pro forma, auch auf Verdoppelung. Ab September 2013 wollen sie dann schließlich mit einer tabellenwirksamen Entgelterhöhung von mageren zwei Prozent rüberkommen, das aber auch wieder auf betrieblicher Ebene um vier Monate verschiebbar. Als Laufzeit für das ganze schließlich hätten sie gern 20 Monate.

Konkret 0,8 bis 1,6 Prozent

Eine aktuelle Ausgabe der IG Metall-Tarifnachrichten (siehe Download) rechnet vor, was das etwas unübersichtliche "Angebot" tatsächlich bedeutet: Die Tariferhöhung würde bestenfalls gerade einmal 1,6 Prozent betragen, wenn die Einmalzahlung tatsächlich geleistet und die tabellenwirksame Erhöhung nicht verschoben wird. Fällt die Einmalzahlung weg und wird die Erhöhung um vier Monate verschoben, kommen, weil es in einem Betrieb gerade nicht so gute läuft, ergeben sich über die 20-monatige Laufzeit nur noch magere 0,8 Prozent. In beiden Fällen soll es also nicht einmal einen Ausgleich der Inflation geben - eine Zumutung eben.

Zunehmender Protest

Die Kolleginnen und Kollegen in der HVI haben bereits mit ihrer Aktion am 18. Januar in Köln gezeigt, dass sie sich mit derart mickrigen Konditionen nicht zufrieden geben werden. Bekräftigt wird dies nun mit einzelnen Warnstreiks und einem Aktionstag am 25. Februar. Zur dritten Verhandlung Anfang März in Nürnberg werden die bayerischen HIV-Beschäftigten außerdem auch vor dem Verhandlungslokal demonstrieren. Die wirtschaftliche Situation der meisten Betriebe ist gut, es gibt also keinen Grund für eine reale Entgeltabsenkung - es bleibt bei der Forderung von fünf Prozent mehr für eine Laufzeit von zwölf Monaten.


Die vierseitigen HVI-Tarifachrichten kann man als PDF über untenstehenden Link (HuK-2013-03_01.pdf) herunterladen.

zum Download:
HuK-2013-03_01.pdf
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