30.01.2013
Armutskarrieren in Bayern

Neue Zahlen zur Armut in Bayern: Nach amtlicher Statistik sind im Freistaat fast 100.000 erwerbsfähige junge Menschen unter 35 Jahren auf staatliche Unterstützung durch Hartz IV angewiesen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund warnt vor sich verfestigenden "Armutskarrieren" in Bayern und fordert die Politik eindringlich zum Handeln auf.

Alarmsignal für die Politik

Einer Mitteilung des bayerischen DGB zufolge waren in Bayern vergangenen September 96.373 Erwerbsfähige unter 34 auf Hartz IV angewiesen, darunter 34.709 zwischen 17 und 24 sowie 61.664 zwischen 25 und 34 Jahren. Der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena bezeichnete die Zahlen als Alarmsignal für die Politik in Bayern und wies auf die Folgen für die Betroffenen hin: "Sie erleben schon in jungen Jahren massive Armut. Armutskarrieren verfestigen sich auch in Bayern." Der DGB nimmt die neuen Zahlen zum Anlass, erneut Perspektiven für die junge Generation zu fordern, etwa durch existenzsichernde Löhne, gute Bildungsarbeit und auf die Bedürfnisse der Jugendlichen zugeschnittene Sozialpolitik.

Trauriger Spitzenplatz für Bayern

Zusätzlich alarmierend ist der Frauenanteil von kann 60 Prozent, bei dem Bayern einen traurigen Spitzenplatz unter allen Bundesländern einnimmt. Jena macht als Ursache dafür vor allem die bekannt miserable Situation in Sachen Betreuungsangebot aus: "In Bayern liegt die Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren deutlich unter 20 Prozent und ist damit meilenweit von der bundesweit festgelegten Zielmarke von 35 Prozent entfernt. Dadurch können junge Mütter in Bayern weniger als in anderen Bundesländern Beruf und Familie miteinander vereinbaren und sind schneller auf Hartz IV angewiesen."

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