19.12.2012
Konstruktive Erschließung

Viele Beschäftigten müssen immer noch ohne Interessenvertretung auskommen. Die IG Metall nimmt sich solcher Bereiche in zahlreichen Projekten systematisch an, um Strukturen im Sinne eines Gleichgewichts mit den Arbeitgebern aufzubauen. Die Resonanz ist in der Regel positiv - Beispiel Betriebsratsgründung bei Scherm im GVZ Ingolstadt.

Seit rund einem Jahr arbeitet die Ingolstädter IG Metall aktiv daran, in den Betrieben des besonders Audi zuarbeitenden Güterverkehrszentrums (GVZ) funktionierende Interessenvertretungen zu etablieren. Im größten Unternehmen des GVZ fand diese Arbeit Anfang Dezember einen vorläufigen Höhepunkt: Mit Unterstützung der IG Metall wählten über 800 Beschäftigte an fünf Standorten der Region von Scherm Tyre & Projekt Logistik zum ersten Mal einen Betriebsrat.

Gute Wahlbeteiligung ...

Eine Wahlbeteiligung von beachtlichen 85 Prozent unterstreicht das große Interesse der Belegschaft an der Einrichtung eines Betriebsrats. Von insgesamt 13 Betriebsratsmandaten gingen elf an die Liste der IG Metall, die beiden anderen an die zweite Liste "Zukunft". Vor wenigen Tagen konstituierte sich der neugewählte Betriebsrat. Sein Vorsitzender Lothar Klarisch fasst die Stimmung zusammen: "Wir alle haben uns über die hohe Wahlbeteiligung und das eindeutige Ergebnis für die IG Metall sehr gefreut und sind sehr erleichtert. Ich möchte mich auch im Namen aller für die Unterstützung herzlich bedanken. Das ist für uns ein wichtiges Signal und motiviert uns nun, schnell unsere Arbeit aufzunehmen."

... schafft starken Rückhalt

Schon nach der Bildung des Wahlvorstandes im September war nach Wahrnehmung der Beteiligten zu spüren, dass die Unternehmensleitung nicht sonderlich begeistert von der Idee eines Betriebsrates war. Der setzt jetzt dennoch auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung, zumal er durch die hohe Wahlbeteiligung auf einen starken Rückhalt in der Belegschaft bauen kann -  die Beschäftigten wünschen sich unverkennbar eine starke gewerkschaftliche Vertretung im Betrieb.

Normalität der Mitbestimmung

Für Johann Horn, erster Bevollmächtigter der IG Metall Ingolstadt, ist klar: "Im größten Betrieb des GVZ kehrt die Normalität der Mitbestimmung ein. Die Geschäftsführung ist gut beraten, das Angebot einer guten Zusammenarbeit aufzugreifen." Christian Daiker, für das GVZ zuständiger Sekretär, ergänzt: "Die gelungene Wahl bei Scherm ist ein starkes Signal an alle Arbeitnehmer in Betrieben ohne Interessenvertreter im GVZ."

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