17.12.2012
Gerechtigkeit geht anders

Seit rund zwei Jahrzehnten entwicklen sich die Einkommen der Deutschen kontinuierlich weiter auseinander. Jetzt wird immer deutlicher, dass diese Entwicklung im Bewusstsein der Bevölkerung ankommt: Mehr als zwei Drittel bewerten die Situation inzwischen als ungerecht.

Zustimmung auf dem Weg in den Keller (Grafik: Hans Böckler-Stiftung).

Wachsende Abstände ...

1992 erzielten die zehn Prozent der bestverdienenden Haushalte in Westdeutschland noch gut das fünffache der Einkommen des untersten Zehntels, 2010 war es bereits knapp das siebenfache - an diesen Zahlen wird die Entwicklung deutlich. Gehörte die Bundesrepublik laut OECD in den 80er und 90er Jahren noch zu den Ländern mit eher geringer Ungleichheit, liegt sie heute im europäischen Mittel.

... erhöhen das Gefühl der Ungerechtigkeit

Die Hans Böckler-Stiftung zitiert aktuell Daten aus der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften, nach denen in Westdeutschland rund 87 Prozent der Befragten diese Unterschiede für "zu groß"; in Ostdeutschland ist es mit 96 Prozent praktisch die gesamte Bevölkerung. Auffallend ist der offensichtliche Sinneswandel hinter dieser Einschätzung; noch vor wenigen Jahren bewerteten deutlich weniger Menschen die Einkommensunterschiede als ungerecht (siehe Grafik).

Sozialwissenschaftler vermuten hinter diesem Sinneswandel "die anhaltende Mindestlohndebatte und die beachtliche Ausweitung von Niedriglohnbeschäftigungen", verbunden mit einem Umfeld der wachsenden Sensibilisierung der Öffentlichkeit unter anderem im Kielwasser der Finanzkrise.

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