12.12.2012
Leiden mit hoher Dynamik

Alle reden über Burnout, aber offenbar tut niemand auch nur annähernd genug dagegen. Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) veröffentlicht nun alarmierende Zahlen zu dem Leiden, das unter den Rahmenbedingungen der heutigen Arbeitswelt unaufhaltsam zur Volkskrankheit wird.

Durch Burnout verursachte Krankheitstage von 2004 bis 2011 (Quelle: BKK).

Rasante Zunahme

"Mehr Krankentage - psychische Leiden mit hoher Dynamik - Burn-out-Syndrom stieg in nur sieben Jahren um das Zwanzigfache" - so überschrieb der BKK am Dienstag eine Pressemitteilung über die rasante Zunahme von Burnout-Fällen. Von Januar bis Oktober 2012 stiegen die Fehltage wegen psychischer Leiden demnach um 10 Prozent und lassen mit dieser Zunahme alle anderen Krankheitsarten hinter sich. Die Statistik des BKK hat erhebliche Aussagekraft, sie basiert auf Daten von 4,8 Millionen Pflichtversicherten.

Auf dem Weg zur Volkskrankheit

An erster Stelle der Ursachen für krankheitsbedingte Ausfälle in den Betrieben liegen unverändert Muskel- und Skeletterkrankungen (26%), gefolgt von Atemwegserkrankungen (14%). Psychische Leiden erreichen erstmals den dritten Rang und das mit 13 Prozent ohne großen Abstand. Zum Vergleich: Im Jahr 1976 lag ihr Anteil noch bei zwei Prozent.

Die häufigsten psychischen Leiden sind den Krankenkassen zufolge Angststörungen und Depressionen. Burnouts werden - noch - nicht als eigenständige Krankheitsbilder erfasst, sondern fallen unter "Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung". Häufig spielt dabei der Beruf eine zentrale Rolle - nicht von ungefähr setzt sich die IG Metall seit längerem eindringlich für eine "Anti-Stress-Verordnung" ein (siehe Klare Regeln für gute Arbeit).

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