10.10.2012
Appell für die Energiewende

Das bayerische Bündnis "KettenreAktion" aus Parteien, Verbänden und Organistionen hat sich zum Ziel gesetzt, die Energiewende in Bayern stärker voranzutreiben, als das derzeit geschieht. Bei einer Pressekonferenz veröffentlichte es am Dienstag in München einen eindringlichen Appell, dieses Ziel und ein starkes Gesetz für Erneuerbare Energien (EEG) zu unterstützen.

Die IG Metall Bayern gehört zu Trägern des EEG-Bündnisses. Nachfolgend der Appell, den auch Einzelpersonen online unterzeichnen können:

 

Appell

Die Fotovoltaik in Bayern entwickelt sich positiv. Aber – Bayern hinkt bei der Windenergie hinterher.

+ Tatsache ist, je mehr wir in Bayern installieren, desto mehr profitieren wir davon und benötigen weniger teure Windkraft im Meer ( weniger „off-shore“) und weniger große Höchstspanungsleitungen.
+ Tatsache ist, je mehr wir Strom sparen in Bayern, desto weniger müssen wir neue Anlagen bauen.
+ Tatsache ist, Erneuerbare Energien schaffen und sichern Arbeitsplätze in Bayern – zehnmal mehr, als die Atomenergie je bieten konnte.
+ Tatsache ist, wir benötigen weiter ein wirkungsvolles Gesetz zur Stärkung der Erneuerbaren Energien (EEG) – nur gesicherte Einspeisevergütungen und der Vorrang bei der Einspeisung schaffen den klaren Investitionsrahmen, auch für die Arbeitsplätze in Bayern. Nötige Anpassungen des Gesetzes können und müssen in aller Ruhe vorgenommen werden.

Das permanente Meckern des Wirtschaftsministers Zeil schadet der Wirtschaft und uns allen. In Berlin will Minister Rösler das EEG sogar abschaffen. Wir fordern daher die Staatsregierung auf, endlich für einen kräftigen Schub zu sorgen und im Bund und in Bayern energisch die Energiewende voranzubringen.

Wir sehen angesichts des Lavierens von Schwarz und Gelb den Atomausstieg wieder in Gefahr und fordern daher von der Bayerischen Staatsregierung:

1. Für ein starkes Gesetz für die Erneuerbaren Energien (EEG) kämpfen! Der Vorrang der Einspeisung von Erneuerbaren Energien und die gesicherte Einspeisevergütung sind der Motor der Energiewende. Die Angriffe gegen das EEG, die das Ziel haben den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu bremsen, müssen abgewehrt werden.

2. Für eine faire Verteilung der Stromkosten eintreten! Die Bundesregierung erfand viele neue Privilegien für große Stromverbraucher. Die Kosten der Energiewende werden damit auf private Haushalte und kleine Betriebe abgewälzt. Die Staatsregierung hat Initiativen im Bundesrat zu starten, um diese Privilegien wieder einzuschränken.

3. Den Ausbau der Erneuerbaren in Bayern in Fahrt bringen (50 % bis 2021)! Das bedeutet z.b. der Windenergie kräftig auf die Sprünge helfen, mit einem verbesserten Winderlass, einer deutlich besseren Regionalplanung Wind, einem klarerem Info-Angebot Wind für Gemeinden; den Vorzug für kommunale und regionale Initiativen bei Windenergie-Standorten in den Staatswäldern

4. Das Stromsparen vorantreiben! Stromsparen ist durch kontinuierliche Kampagnen auf allen Ebenen zu fördern. Die Staatsregierung selbst hat durch vorbildliche Umsetzung ein gutes Beispiel zu geben.

5. Den dezentralen Ausbau durch Bürger, Energiegesellschaften und Kommunen fördern! Die Staatsregierung darf die Kommunen, die derzeit den größten Anteil der Energiewende tragen, nicht alleine lassen.

Wir ermuntern Bürgerinnen, Bürger und Kommunen in Bayern,

+ die Energiewende von unten weiter umzusetzen
+ im eigenen Bereich Energiesparmaßnahmen zu fördern
+ die Erneuerbaren Energien kräftig zu unterstützen.


Den Appell des EEG-Bündnisses Bayern kann man auf seinen Internet-Seiten online unterzeichnen.

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