12.09.2012
Über ein Fünftel arbeitet für Niedriglohn

Das statistische Bundesamt unterstreicht - wohl unbeabsichtigt - mit neuen Zahlen zum Niedriglohnsektor die Forderung der IG Metall nach einer grundlegenden Neuordnung des Arbeitsmarktes: 2012 arbeiteten 20,6 Prozent der Beschäftigten für Niedriglohn. Das Amt erkennt einen "längerfristigen Trend".

Der Pressemitteilung vom vergangenen Montag zufolge macht dieser Wert eine Steigerung von knapp zwei Prozent gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2006 aus. Als Niedriglohn wird nach internationaler Übereinkunft ein Verdienst bezeichnet, der weniger als zwei Drittel des mittleren Verdienstes aller Beschäftigten beträgt. Für 2010 liegt dieser Wert bei 10 Euro 36 brutto pro Stunde.

Atypisch = mies bezahlt

Die meisten Betroffenen, so die wenig überraschende Ergänzung der Statistiker, waren atypisch - also in Teilzeitbeschäftigung unter 20 Wochenstunden, befristet, Zeitarbeit oder Mini-Job - beschäftigt. In diesen prekären Beschäftigungsverhältnissen liegen 49,8 Prozent der Beschäftigten unter der Niedriglohngrenze.

Besser mit Tarif

Weitere Kriterien bilden die einzelnen Branchen und, auch das ist nicht erstaunlich, ihre Tarifbindung. Fast ein Drittel der nicht-tarifgebundenen Arbeitgeber speist die Beschäftigten mit Niedriglohn ab, unter den tarifgebundenen hingegen sind es weniger als zwölf Prozent - ein erheblich besserer Wert, wenngleich auch er immer noch viel zu hoch liegt. Die Branchenschwerpunkte liegen bei den TaxifahrerInnen, FriseurInnen und dem Reinigungsgewerbe, gefolgt von der Gastronomie.

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