02.08.2012
Werkverträge und Rente im Fokus

Mit dem Tarifabschluss 2012 ist der Leiharbeit ein erster Rahmen gesetzt - auch, wenn die Anstrengungen für weitere Verbesserungen weitergehen. Parallel rücken zwei weitere Themen in den Fokus der IG Metall-Kampagnen: Werkverträge, auf die zunehmend ausgewichen wird, und die Rente mit 67. Zwei neue Kampagnen unter dem Dach von "Arbeit - sicher und fair" machen die Schwerpunkte sichtbar.

Fokus Werkverträge ...

Unter www.fokus-werkvertraege.de finden sich Standpunkte und Informationen zu Werkverträgen. Das zugrundeliegende Schema nahm bereits Gestalt an, als sich eine Einschränkung für die Leiharbeit abzuzeichnen begann (siehe zum Beispiel Das nächste Lohndumping-Modell der Arbeitgeber): Unternehmen hebeln Kontrollen und Mitbestimmung aus, indem sie ganze Aufgabenpakete per Werkvertrag auslagern.

Damit wird der Auftragnehmer zum Einsatzunternehmen, wenn er seinerseits die notwendigen Kräfte von Leiharbeitsunternehmen bezieht. Der Effekt im Einsatzort ist derselbe wie bei klassischer Leiharbeit, einschließlich der Vorteile für das Unternehmen, das alles nach seinen wünschen gestalten kann, und der Nachteile für die betroffenen Beschäftigten. Da der Werkvertrag in der Buchführung des Betriebs jedoch nur als Sachposten erscheint, hat der Betriebsrat weder Einblick, noch kann er eingreifen.

... und gut in Rente nach guter Arbeit

Auch beim Thema Rente besteht unverkennbar akuter Handlungsbedarf. Gerade erst beginnt die schrittweise Anhebung der Altersgrenze Richtung 67, da spekulieren die ersten selbsternannten Experten schon über 69 oder 70 Jahre. Dass damit generell mehr ältere Menschen beschäftigt bleiben, ist eher Wunschdenken, statt dessen wird es mehr ältere Arbeitslose und letztlich spürbar niedrigere Renten geben.

Nicht nur die IG Metall hält die Rente mit 67 daher unverändert für eine grandiose Fehlentscheidung. Statt starrer Einheitslösungen strebt sie deshalb an, dass für gänzlich verschiedene Bedingungen flexible Ausstiegsmodelle mit unterschiedlichen Optionen rentenrechtlich definiert werden. Als Basis fordert sie die öffentliche Förderung der Altersteilzeit, einen erleichterten Rentenzugang für Erwerbsgeminderte und die Streichung der Abschläge, sowie einen abschlagsfreien Rentenzugang für Beschäftigte mit langen Versicherungszeiten. In den Unternehmen muss dies von alterns- und altersgerechter Arbeitsgestaltung und einer Einstellungs- und Personalpolitik flankiert werden, die für Ältere realistische Beschäftigungs- und Ausstiegsmöglichkeiten schafft. Die Kampagnenseite: www.gut-in-rente.de.

 

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