28.06.2012
Klare Regeln für gute Arbeit

Burn-Out, Stress, Leistungsverdichtung - dahinter steckt mehr als eine oberflächliche Mode-Diskussion. Krankenkassen schlagen seit Jahren Alarm wegen stetig zunehmender psychischer Belastungen im Beruf, die zu Erkrankungen führen. Die Folgen spüren nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Sozialkassen und die Wirtschaft. Die IG Metall macht konkrete Vorschläge, um endlich gesetzlich gegenzusteuern.

Anti-Stress-Verordnung

Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Mitglied des IG Metall-Vorstandes, stellte am Mittwoch eine Verordnung zum Schutz vor Gefährdungen durch psychische Belastungen im Beruf vor: "Eine verbindliche Regelung, die psychische Belastungen mit anderen Gefährdungen in der Arbeitswelt durch Lärm, unzureichendes Licht oder Toxine gleichstellt, ist unverzichtbar. Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen an die neuen Probleme und Herausforderungen der Arbeitswelt angepasst werden."

Politik darf sich nicht wegducken

Bislang existieren keine verbindlichen Vorgaben, die arbeitsschutzrechtliche und arbeitswissenschaftliche Standards praxistauglich festlegen. Die Politik weicht dem lauter werdenden Ruf nach solchen Standards aus, wie zuletzt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (siehe Funkstille in der Freizeit). Die IG Metall dringt darauf, dieses Aussitzen der offensichtlichen Probleme zu beenden: "Gute Arbeit braucht klare Regeln. Das muss auch beim Schutz vor Gefährdungen durch psychische Belastungen bei der Arbeit gelten."

Die neue "Anti-Stress-Verordnung" ist im intensiven Dialog mit Wissenschaftlern, betrieblichen Praktikern und Experten verschiedener Aufsichtsbehördensoll entstanden. Sie soll nach Auffassung der IG Metall für alle Branchen und Beschäftigtengruppen gelten und so die die verbeitete Rechtsunsicherheit in den Betrieben beseitigen. Ihre Vorgaben für die Gestaltung der Arbeitsaufgaben, der Arbeitsorganisation, der sozialen Beziehungen, der Arbeitsplatz- und Umgebungsbedingungen und der Arbeitszeit könnten Gefährdungen durch psychische Belastungen vermindern.

Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts

Die IG Metall will mit ihrem Entwurf für eine Allianz aus Wissenschaftlern, betrieblichen Praktikern, Arbeitsmedizinern und Politikern werben. Nur so lassen sich die verheerenden Folgen neuer Belastungen am Arbeitsplatz wirksam eindämmen: "Wir hoffen auf und arbeiten an einem sozialen Bündnis zur Bekämpfung psychischer Belastungen in der Arbeitswelt, der neuen Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts", fasste Urban zusammen.


zum Download: » Anti-Stress-Verordnung der IG  Metall

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