22.05.2012
Tarifabschluss mit Leiharbeitsverbänden

Mit dem Tarifabschluss der Metall- und Elektroindustrie ist ein wichtiger Schritt auf das erklärte Ziel der IG Metall hin gemacht worden, die Leiharbeit fairer zu machen. In der Nacht zum Dienstag haben nun auch die Arbeitgeberverbände der Verleihbranche mit der IG Metall einen Tarifvertrag geschlossen, der Branchenzuschläge für den Einsatz in M+E-Betrieben garantiert.

Regelung mit der Metall- und Elektroindustrie ...

Der Pilotabschluss vom 19. Mai in Baden-Württemberg hat die Fairness bei der Leiharbeit schon wesentlich erhöht: Anspruch auf einen festen Arbeitsplatz spätestens nach 24 Monaten Einsatz, ein Voraussetzungsrahmen sowie Informations- und Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte im Einsatzbetrieb schieben bereits einen wirkungsvollen Riegel vor groben Missbrauch.

... ergänzt durch Tarif mit Zeitarbeitsverbänden

Das Ziel "Gleiches Geld für gleiche Arbeit" ist in der vergangenen Nacht mit dem Tarifabschluss zwischen IG Metall und den Zeitarbeitsverbänden BAP und IGZ (Bundesverband der Personaldienstleister / Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen) ein weiteres großes Stück näher gerückt. Leiharbeitnehmer bekommen demnach ab November 2012 über einen Branchenzuschlag deutlich mehr Geld, wenn sie in der Metall- und Elektroindustrie eingesetzt werden.

15 bis 50 Prozent mehr Geld

Der Branchenzuschlag beginnt bei 15 Prozent und steigt schrittweise auf ein halbes Monatsentgelt. In der untersten Entgeltgruppe macht das erfreuliche 186 bis 621 Euro mehr pro Monat aus, für einen Facharbeiter 246 bis 819 Euro. Die Staffelung richtet sich nach der Einsatzdauer. Nach sechs Wochen beträgt er 15 Prozent eines Monatsentgelts, nach drei Monaten 20, nach fünf 30, nach sieben 45 und nach neun schließlich 50 Prozent. Berechnungsgrundlage sind die DGB-Tarifverträge mit BZA und IGZ. Ein weiteres Plus: Der Anspruch gilt auch in nicht tarifgebundenen Metall- und Elektrobetrieben.

Viel erreicht

Im Verbund mit den Vereinbarungen im Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie ist also in dieser Tarifrunde viel erreicht worden. Helga Schwitzer, für Tarifpolitik zuständiges Mitglied des IG Metall-Vorstands und Verhandlungsführerin der Arbeitnehmerseite, führt das vor allem auf die Solidarität zwischen Stamm- und Leihbeschäftigten zurück: "Damit haben wir viele Blockaden der Arbeitgeber brechen können." Die nämlich wollten ursprünglich die unteren Entgeltgruppen von den Branchenzuschlägen ausnehmen und den Zuschlag generell deutlich niedriger und erst nach längeren Wartezeiten gewähren. Schwitzer wertet das Ergebnis als zentralen Beitrag zu mehr Fairness in der Leiharbeit und empfiehlt es Vorbild für andere Branchen.

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