26.04.2012
6,5 Prozent und Übernahme auch im Kfz-Handwerk

Parallel zur Tarifrunde in der Metall- und Elektrobranche läuft seit April auch die des Kfz-Handwerks. Die Forderungen sind ähnlich, und das selbe gilt für die nach der ersten Verhandlung absehbaren Probleme: Ohne Druck aus den Betrieben wird es nicht gehen.

In der ersten Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern des Kfz-Gewerbes in Bayern hat die IG Metall den Arbeitgebern ihre Forderungen dargestellt, erläutert und begründet: eine Anhebung der Entgelte um 6,5 Prozent sowie eine überproportionale Anhebung der Ausbildungsvergütungen, außerdem die  tarifliche Regelung zur Übernahme der Ausgebildeten nach der Ausbildung.

Josef Brunner, der für die IG Metall in Bayern die Tarifverhandlungen im Kfz-Handwerk führt, weist auf die gute wirtschaftliche Lage der Branche hin: "Alle Parameter zeigen für das Kfz-Handwerk weiter nach oben. Es ist zu erwarten, dass 2012 sogar noch besser wird als 2011." Das vergangene Jahr hatte Robert Rademacher, Präsident des Zentralverbandes des Kfz-Gewerbes, öffentlich als "Bilderbuchjahr" bewertet.

"Arbeitgeber werden Druck brauchen!"

Die Forderungen werden sich dennoch weder in Bayern, noch bundesweit ohne Auseinandersetzung durchsetzen lassen. "Die Arbeitgeber werden Druck brauchen", kündigte Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, bereits nach der bundesweit ersten Verhandlung in der Kfz-Tarifrunde in Sachsen-Anhalt an. In Ostdeutschland steht neben den bundesweiten Forderungen noch die Anpassung beim Entgelt an den Westen im Vordergrund: "Nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch eine Frage der wirtschaftlichen Vernunft", betonte Schwitzer.

Die bayerischen Arbeitgeber des Kfz-Handwerks haben den ersten Verhandlungstermin ohne Angebot verstreichen lassen, dieses aber wenigstens zum nächsten Termin Ende Mai angekündigt. Schon jetzt aber ist eines sicher: Die Forderungen haben am Verhandlungstisch nur eine Chance, wenn der Rückhalt in den Betrieben stimmt. Die Tarifnachrichten zum aktuellen Stand fassen daher kurz und bündig zusammen, was die Beschäftigten in den Betrieben zur Unterstützung tun können: "Erstens Mitglied werden! Zweitens: Für die Forderungen einstehen! Im Betrieb und – sollte es notwendig werden – auch auf der Straße!"


Die aktuellen Tarifnachrichten kommen derzeit in die Betriebe. Als PDF kann man sie über untenstehenden Link (KFZ-TN-2012-01.pdf) herunterladen.

zum Download:
KFZ-TN-2012-01_01.pdf

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