25.04.2012
Schlusslicht beim Anstieg der Arbeitskosten

Passend zur Tarifrunde veröffentlicht das Bundesamt eine interessante Information: In keinem einzigen Land der Europäischen Union ging der Anstieg der Arbeitskosten in den vergangenen zehn Jahren noch langsamer voran als in Deutschland. Und auch sonst gerät die Mär vom Hochlohnland zunehmend ins Wanken.

Arbeitskosten je geleistete Stunde im Jahr 2011 (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Sonderstellung in der EU

Wie das Bundesamt am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt gab, nimmt Deutschland bei der Entwicklung der Arbeitskosten in der Privatwirtschaft eine Sonderstellung ein: Es verzeichnete zwischen 2001 und 2011 mit 19,4 Prozent den "mit Abstand geringsten Anstieg der Arbeitskosten aller Mitgliedstaaten der EU". Im Nachbarland Frankreich etwa legten die Arbeitskosten im selben Zeitraum mit gut 39 Prozent über doppelt so stark zu.

Kein Grund für Klagen der Arbeitgeber

Und auch bei den absoluten Arbeitskosten besteht der Statistik zufolge eindeutig kein Grund für Klagen der Arbeitgeber. Im Jahr 2011 betrugen diese durchschnittlich 30,10 Euro pro geleistete Arbeitsstunde, was einen siebten Platz in der EU ergibt. Dabei sind auch die Länder berücksichtigt, die der EU erst in der jüngeren Vergangenheit beitraten und das Gesamtbild extrem nach unten verzerren; in der tschechischen Republik etwa liegt der entsprechende Wert bei 10 Euro 50, in Bulgarien gar bei 3 Euro 50. EU-Stammländer wie Frankreich oder die Beneluix-Staaten hingegen liegen in Punkto Arbeitskosten deutlich über dem deutschen Niveau.

Die Lohnnebenkosten (vor allem Arbeitgeberbeiträge zu Sozialversicherungen, betrieblicher Altersversorgung und Fortzahlungen im Krankheitsfall) pro 100 Euro Bruttoverdienst schließlich lagen 2011 in Deutschland bei 28 Euro. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Durchschnitt (32 Euro), was Deutschland einen niedrigen 16. Rang in der EU beschert.

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