04.04.2012
Schneller, mehr und immer öfter in der Freizeit

Stress, Hetze und Intensivierung - dahin entwickelt sich die Arbeit für viele Beschäftigte nach aktuellen Daten des DGB-Indizes "Gute Arbeit". Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach warnt vor einer Gefährdung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit Betroffener durch steigende psychische Belastungen.

Zum DGB-Index Gute Arbeit legte der DGB am Dienstag in Berlin eine Studie zum Stress am Arbeitsplatz vor, deren Erkenntnisse sich mit denen vieler anderer Untersuchungen decken.

Die Hetze nimmt zu, ...

52 Prozent der Beschäftigten in Deutschland müssen demnach sehr häufig oder oft gehetzt arbeiten, 63 Prozent in der selben Arbeitszeit wie früher immer mehr leisten. Längere Arbeitszeiten bieten davor offenbar keinen Schutz, sondern verstärken das Problem im Gegenteil noch: Je länger die wöchentliche Arbeitszeit, desto größer die Arbeitshetze.

... und Abschalten wird schwerer

Ein weiteres Ergebnis aus den Antworten der Befragten zeigt die zunehmende Vermischung von Arbeit und Freizeit auf. 27 Prozent von ihnen müssen demnach sehr häufig oder oft auch in der Freizeit für die Arbeit erreichbar sein, 15 Prozent arbeiten gar sehr häufig oder oft unbezahlt der Freizeit. Und selbst wer nicht auf diese Weise unmittelbar betroffen ist, hat oft Schwierigkeiten mit dem Abschalten: 37 Prozent nehmen berufliche Probleme zumindest geistig mit nach Hause.

IG Metall startet Anti-Stress-Initiative

Buntenbach  betonte vor diesem Hintergrund, das die demografische Entwicklung und der Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt zu neuen Anforderungen an die Qualität der Arbeit führen und forderte eindringlich Arbeitsbedingungen, die weniger Stress produzieren. Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, kündigte eine umfassende Anti-Stress-Initiative an, die auf drei Ebenen - Betriebsräte, Medizin und Arbeitswissenschaft sowie Politik - ansetzt.


Für die repräsentative Befragung wurden im Jahr 2011 bundesweit über 6.000 ArbeitnehmerInnen zum Thema Arbeitshetze und Arbeitsintensivierung befragt. Die ausführlichen Ergebnisse sowie zusätzliche Informationen kann man beim DGB-Index Gute Arbeit als PDF herunterladen.

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