30.01.2012
Berufliche Anrufe und Mails zu Hause sind Überstunden

- zumindest in Brasilien. Ein Gesetz, dessen Einzelheiten im Februar ausgearbeitet werden, soll dort nämlich "Crackberry"-süchtige Workaholics wenn schon nicht schützen, dann doch wenigstens für die stückweise Aufgabe des Privatlebens entschädigen.

Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, hat die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet. Unternehmen müssen demnach ihren Mitarbeitern bei geschäftlichen Anrufen und bei Mail-Bearbeitung außerhalb der Arbeitszeit und des Arbeitsplatzes Überstundenentgelt bezahlen.

Das Gesetz formalisiert einen Trend, der die brasilianischen Arbeitsgerichte schon länger beschäftigt. Anwälten zufolge gibt es in Brasilien zahlreiche Klagen von Beschäftigten, die ihre Arbeitgeber auf Bezahlung der Arbeitszeit verklagen, die sie nicht am Arbeitsplatz, sondern zu Hause oder sonstwo erbringen müssen - zwangsweise, weil die Erreichbarkeit rund um die Uhr verbreitet als selbstverständlich vorausgesetzt wird.

Setzt Brasilien das Gesetz in dieser Form auch in der Praxis der Arbeitswelt um, könnte es zu einem Präzedenzfall werden. Die Diskussion um den Druck zur totalen Verfügbarkeit jedenfalls ist offenbar angesichts der Globalisierung und des Smartphone-Booms auf der ganzen Welt die selbe: Soeben erst wurde bei Volkswagen in Wolfsburg eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen, die Beschäftigte außerhalb der Bürostunden durch das Abschalten der BlackBerry-Server entlastet.

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