11.01.2012
In der Freizeit abschalten

... fällt in der Ära des allgegenwärtigen Smartphones vielen Beschäftigten schwer. Der Druck, rund um die Uhr per Mail erreich- und verfügbar zu sein, macht dem Abschalten nach Feierabend einen Strich durch die Rechnung. Bei VW hat der Betriebsrat das Problem nun per Betriebsvereinbarung angepackt.

Eine harmlose Meldung der "Wolfsburger Allgemeinen" kurz vor Weihnachten zieht seit ihrem Erscheinen über die Grenzen Deutschlands hinaus immer weitere Kreise und schaffte schließlich den Sprung über den Atlantik in die "New York Times": Die dienstlichen BlackBerry-Geräte der über 1.100 von der Betriebsvereinbarung betroffenen tariflichen Beschäftigten werden eine halbe Stunde vor Beginn und eine halbe Stunde nach Ende der Gleitzeit zu einfachen Handys - ein Beispiel, das Schule machen könnte.

Sendepause für das BlackBerry-Netz

Technisch ist die Maßnahme einfach umzusetzen: Es genügt, während der Auszeit die entsprechenden Server herunterzufahren. Angesichts verbreiteteter Diskussionen um lückenlose Verfügbarkeit, die damit einhergehende Belastung der Betroffenen und alarmierende Folgen wie psychische Erkrankungen ist es eigentlich erstaunlich, dass noch niemand vorher derartige Maßnahmen beschlossen hat.

Rundum-Verfügbarkeit gestoppt

Ein Grund dafür mag sein, dass der Trend zur Rundum-Verfügbarkeit durchaus den Interessen vieler Arbeitgeber entgegenkommt. Laut Heinz-Joachim Thust, der im VW-Betriebsrat mit der neuen Vereinbarung beschäftigt war, wollte man eben dieser Entwicklung vorbeugen - zuviele Chefs erwarten, dass ihre Mitarbeiter praktisch rund um die Uhr erreichbar sind. Er sieht ein entsprechend positives Echo in der Belegschaft: "Die Vereinbarung wurde schon sehr positiv aufgenommen."

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