11.08.2011
Spitzenreiter der Lohnungleichheit

Die Schere der Lohnentwicklung von gut- und geringqualifizierten Beschäftigten öffnet sich in Deutschland weiter und schneller als in anderen OECD-Ländern - das meldet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit. Geringqualifizierte nehmen demnach seit 1990 Reallohnverluste hin, während die Entgelte anderer Gruppen wachsen.

Wie das IAB Anfang des Monats mitteilte, setzt sich damit seit 1990 ein Trend fort, der ab 2005 nochmals an Tempo zugelegt hat.

Vom Wohlstand abgehängt

Das Lohnniveau der Geringqualifizierten ist den Daten des IAB zufolge aktuell auf das Niveau gesunken, auf dem es sich Mitte der 80er Jahre bewegte. Von damals bis etwa zur Wiedervereinigung stiegen die Reallöhne auch für Geringqualifizierte weiter spürbar an, danach begannen sie einen ununterbrochenen Abstieg. Das Fazit des IAB: "An der Zunahme des gesellschaftlichen Wohlstands in den vergangenen 25 Jahren nahmen die Geringqualifizierten daher nicht teil."

Anders sieht es hingegen bei besser qualifizierten Beschäftigten aus. Universitätsabsolventen erfuhren seit Mitte der 80er eine Reallohnsteigerung von 22, Fachhochschulabsolventen und Meister um ebenfalls beachtliche rund 18 Prozent. ArbeitnehmerInnen mit abgeschlossener Lehre nehmen seit 2003 ebenso Rückgänge hin wie Ungelernte, das allerdings weniger radikal: sie liegen wenigstens noch sieben Prozent über dem Niveau vor 20 Jahren.

Die Kluft wird breiter

IAB-Direktor Joachim Möller bezeichnet angesichts dieser Zahlen Deutschland als "eines der OECD-Länder mit dem höchsten Anstieg der Lohnungleichheit". Die Einkommensschere verdeutlichte er an einem konkreten Beispiel: Ein 40-jähriger Akademiker verdiene mittlerweile im Durchschnitt das 2,6-Fache eines Geringqualifizierten gleichen Alters; 1984 war es noch 'nur' das 2,1-Fache.

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