12.07.2011
Reallohnverluste in zwei Dritteln der EU

Kurz nach der Feststellung, dass die deutschen Lohnzuwächse stark von der Inflation gedrückt werden, prognostiziert eine weitere Studie Reallohnverluste für 18 von 27 Ländern der Europäischen Union. Im Durchschnitt der EU werden die Löhne um 0,8 Prozent sinken, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut errechnete.

Deutschland an der Grenze

Nach dem neuen Europäischen Tarifbericht des WSI belegt Deutschland in dieser Hinsicht mit einem minimalen Lohnwachstum von 0,1 Prozent den neunten Platz in der Rangfolge der 27 Mitgliedsländer. Grundlage des europäischen Tarifberichts sind die aktuellen Wirtschaftsprognosen der EU-Kommission.

Preise hoch, Löhne runter?

Diesen Daten zufolge begründet sich der für 18 27 Länder erwartete Reallohnverlust vor allem durch Preissteigerungen bei vergleichsweise schwachen Lohnzuwächsen. Am schlimmsten für die LohnempfängerInnen sieht es dabei in Rumänien (minus 4,5 Prozent), Portugal (minus 3,6 Prozent) und Griechenland (minus 3,4 Prozent) aus. Den höchsten, wenngleich immer noch nicht enormen, Anstieg der Reallöhne erwarten die Experten dagegen in Bulgarien (plus 2,8 Prozent), Polen (plus 2,1 Prozent)und Schweden (plus 1,1 Prozent).

Warnung vor Lohnsenkungsspirale

Vor diesem Hintergrund warnen Wissenschaftler laut WSI vor einer "europaweiten Lohnsenkungsspirale". Die Entwicklung könnte sich demnach noch weiter durch die im so genannten "Euro-Plus-Pakt" der Landesregierungen vereinbarte restriktive Lohnpolitik.Das  früher als "Pakt für den Euro" bezeichnete Übereinkommen formuliert unter anderem moderate Lohnsteigerungen und eine Verlagerung der Lohnbildung in die Betriebe als Wege zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

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