23.05.2011
Erneuerbare Energien: Veränderungen begleiten und gestalten

Die Katastrophe von Fukushima beschleunigt einen eigentlich längst überfälligen ökologischen Paradigmenwechsel hin zu umweltschonender Energieerzeugung und dem Wirtschaften unter den Bedingungen knapper Ressourcen. Die IG Metall bereitet sich darauf vor, die Veränderungen zu begleiten und mitzugestalten.

Wandel mit Chancen

Deutschland als größte Industrienation Europas verfügt über großes gesellschaftliches und technologisches Potenzial, um den Wandel zu beeinflussen, aber auch von ihm zu profitieren. Parallel zu den offensichtlichen Vorteilen - Umweltentlastung, Klimaschutz, Schonung begrenzter Ressourcen und Energieversorgungssicherheit - entstehen Chancen für neue Märkte und Arbeitsplätze.

Dass die Bedeutung erneuerbarer Energien gegenwärtig rapide zunimmt, steht außer Frage; die Geschwindigkeit hängt jedoch stark vom politischen Engagement ab. Für die Bundesländer besteht Interesse vor allem aus technologie-, industrie- und regionalpolitischen Gründen, weil der Strukturwandel für die Ansiedelung von zukunftsträchtigen Produktions- und Dienstleistungsstätten genutzt werden kann.

Vom Nischenmarkt zur Zukunftsbranche

Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2020 35 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bestreiten. In den vergangenen zehn Jahren hat sich ihr Anteil bereits nahezu verdoppelt. Neben dem Aspekt der Klimapolitik rückt damit die Bedeutung als Wirtschaftsfaktor in den Vordergrund: Windenergie und Photovoltaik sind innerhalb von 20 Jahren vom Nischenmarkt zu innovativen Industriebranchen gewachsen, deren gesamte Wertschöpfungskette in Deutschland vorhanden ist. Bundesweit hat sich die Beschäftigung in den Branchen der erneuerbaren Energien in sechs Jahren mehr als verdoppelt.

Bayern in guter Position

Im Ländervergleich hält Bayern beim Ausbau von Photovoltaik, Wärmeerzeugung aus Biomasse und Solarkollektoren den Spitzenplatz, was sich auch in der Beschäftigung niederschlägt; so stellt beispielsweise allein der Photovoltaik-Anlagenbau in Bayern fast 9.900 Arbeitsplätze. Bei den erneuerbaren Energien insgesamt hat es jedoch von 2008 bis 2010 mehrere Plätze abgeben müssen. Auch Förderprogramme und Informationsangebote müssen besser genutzt werden, während gleichzeitig die industrie- und technologiepolitischen Anstrengungen wesentlich verstärkt werden müssen - Stichwort Forschung und Bildung.

Politische Herausforderungen ...

Der Politik kommt dabei die Aufgabe zu, den begonnenen Weg konsequent weiterzugehen. Dafür muss der gesellschaftliche Konsens über innovative Technologien und eine integrierte Klima-, Energie-, Verkehrs- und Industriepolitik gestärkt werden. Die Energiepolitik muss die entsprechenden Investitionen steuern, eine aktive Industriepolitik nicht nur technologische, sondern auch soziale Herausforderungen berücksichtigen. Regionale Strukturpolitik hat in diesem Prozess die Aufgabe, vorausschauend neue Perspektiven für Wachstum und Beschäftigung zu schaffen.

... auch in gesellschaftlicher Hinsicht

Die IG Metall wird sich in diesem Zusammenhang dafür einsetzen, dass der Strukturwandel auch für die Beschäftigten eine nachhaltige Perspektive aufzeigt: gute Bezahlung, faire Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung und tarifliche Entlohnung in den neuen Branchen.

Von grundlegendem gesellschaftlichen Interesse ist natürlich auch der Ausstieg aus den offenkundigen Risiken der Atomkraft, weshalb die IG Metall nachdrücklich zur Teilnahme an entsprechenden Kundgebungen aufruft. Der nächste Termin dafür ist der 28. Mai, an dem unter dem Motto "Atomkraft: Schluss!" bundesweit Protestdemonstrationen stattfinden.

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