20.05.2011
Arbeiten - Sterben - Rente

- unter diesem provokanten Titel befasst sich die aktuelle "Streitzeit" mit dem Vorstoß der so genannten Wirtschaftsweisen, die in einem Gutachten über einen Renteneintritt erst mit 69 anstatt der ohnehin äußerst umstrittenen 67 Jahre fantasieren. Erste Reaktionen sind überwiegend ablehnend - aber vielleicht ist das Ziel ohnehin vorerst, eine entsprechende Debatte anzustoßen.

"Rente erst ab dem Ableben?"

"Wie soll man da nicht zynisch werden", fragt die "Streitzeit" des DGB Bayern, "jetzt ist die Rente mit 69 auf dem Tapet. Wann kommt die Forderung: Rente erst ab dem Ableben?" In der Tat ist die Idee so unsinnig, dass wohl nur unbelehrbare Neoliberale sie überhaupt so ernstnehmen mögen. Daran ändert auch eine in vielen Kommentaren übersehene Tatsache wenig, nämlich dass die "Weisen" die Anhebung erst für das Jahr 2060 vorschlagen.

Milchmädchen-Rechnung aus dem Elfenbeinturm

Gewiss muss man der demografischen Entwicklung hin zu einer immer älteren Gesellschaft in irgendeiner Weise Rechnung tragen, nur: Mit der Milchmädchen-Gleichung "höhere Lebenserwartung = längere Lebensarbeitszeit" wird man dieser Notwendigkeit wohl schwerlich gerecht, ganz zu schweigen von der Unmöglichkeit, noch vor der schrittweisen Einführung der Rente mit 67 bereits die Folgen einer weiteren Anhebung auch nur halbwegs zuverlässig zu berechnen; ganz zu schweigen auch von der schreienden sozialen Ungerechtigkeit einer Maßnahme, die letztlich aller Wahrscheinlichkeit vor allem auf eine getarnte Rentenkürzung hinausläuft.

Hanebüchen, unentschuldbar

Für einen solchen Unfug hätte es keine Professoren gebraucht - das finden selbst wirtschaftspolitisch konservative Stimmen. Selbst in der schwarz-gelben Koaltion winkt man ab, selbst die FDP präzisiert, für solche Prognosen sei es heute "noch viel zu früh". Und die "Financial Times Deutschland", nicht gerade als verdecktes Sprachrohr der Gewerkschaften bekannt, spricht von "hanebüchen" und fasst zusammen: "Entweder sie wissen es nicht besser, oder sie tun es wider besseres Wissen. Beides wäre unentschuldbar."

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