28.03.2011
"Abschalten, abschalten!"

- so riefen am 26. März auf dem Münchner Odeonsplatz rund 40.000 Kernkraftgegner dazu auf, die deutschen Atomkraftwerke stillzulegen. Die Meinung zur Alternative der erneuerbaren Energien fasste der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler zusammen: "Das ist die Zukunft!"

Überfüllter Odeonsplatz
(Fotos zum Vergrößern anklicken)

Jürgen Wechsler

Statement aus dem Fettnäpfchen

"Fukushima mahnt!"

Zur gleichen Zeit folgten über 160.000 DemonstrantenInnen in Berlin, Köln und Hamburg dem Aufruf zu den Kundgebungen. Das bundesweite Motto: "Fukushima mahnt!"

Nicht nur in München übertraf die Teilnehmerzahl trotz schlechten Wetters - pünktlich um 14 Uhr begann es zu regnen - die Erwartungen der Veranstalter im Vorfeld. Der Odeonsplatz war überfüllt, die Menschenmenge staute sich in die Straßen und Plätze der Umgebung hinein, als Redner und Bands auf der Bühne für Stimmung sorgten. Die Polizei musste zwischenzeitlich U-Bahn-Zugänge und Straßen sperren, lobte aber in ihrer Bilanz das friedliche Verhalten der DemonstrantInnen.

Scheinargument Arbeitsplätze

Jürgen Wechsler rückte stellvertretend für die Gewerkschaften unter anderem das Scheinargument gerade, ein Ausstieg aus der Atomkraft gefährde Arbeitsplätze. In der Atomwirtschaft geht es nach Schätzungen der IG Metall um rund 6.000 Arbeitsplätze, der Bereich erneuerbare Energien hingegen bietet schon heute rund 250.000 Menschen Arbeit: "Das ist die Zukunft!" Die IG Metall fordert einen Richtungswechsel zu erneuerbaren Energien, der deren industrie- und beschäftigungspolitische Chancen ergreift (siehe Vorfahrt für erneuerbare Energien).

Schwarz-Gelb zum Ausstieg treiben

Nicht erst die Katastrophe in Japan hat deutlich gemacht, dass es mit Kernkraftwerken keine echte Sicherheit geben kann. Die Laufzeitverlängerung wirkt vor diesem Hintergrund umso mehr als Kniefall der Regierung vor der Atom-Lobby. Die nach Fukushima verkündete Kehrtwende beschloss man offenbar vor allem mit Blick auf die Landtagswahlen- wenig erfolgreich, wie sich am Tag nach den Kundgebungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zeigte. Das wenig glaubwürdige Hin und Her jedenfalls macht eines deutlich, so Wechsler: "Diese Regierung muss zum Ausstieg getrieben werden!"

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