25.03.2011
Vorfahrt für erneuerbare Energien

Angesichts des anhaltenden Kampfes gegen einen GAU im japanischen Fukushima und der lebhaften Debatte um die Zukunft der Kernenergie in Deutschland hat die IG Metall ihre Forderung nach einem Wechsel hin zu erneuerbaren Energien verstärkt. Gleichzeitig ruft sie nun auch zentral zur Teilnahme an Aktionen gegen die Atomkraft auf.

Wahlkampftaktik um den Atomausstieg

In Japan geht der gefährliche Wettlauf gegen die drohende Kernschmelze weiter, während in Deutschland Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) wegen seines Hinweises unter Druck gerät, das aktuelle Moratorium der Regierung zur Aussetzung der Atomkraftwerke sei vor allem taktischen Überlegungen zum Wahlkampf geschuldet.

Gleichzeitig nimmt der Protest gegen die Aussetzung des Ausstiegs aus der Atomkraft zu, allein am 26. März werden etliche zehntausend DemonstrantInnen in Berlin, Hamburg, Köln und München erwartet.

Nachhaltige Energieversorgung ohne Atomenergie

Die IG Metall ruft neben zahlreichen lokalen und regionalen Gliederungen nun auch zentral dazu auf, sich an diesen und ähnlichen Aktionen zu beteiligen. Ihr Positionspapier zur Energiepolitik steht mittlerweile auch öffentlich zur Verfügung; darin plädiert sie für eine nachhaltige Energieversorgung ohne Atomenergie und stellt ihre Eckpunkte dafür vor.

Atomkraft als Brückentechnologie überflüssig

Das nicht erst seit Brüderles verbalem Ausrutscher umstrittene Moratorium der schwarz-gelben Koalition reicht aus Sicht der IG Metall bei weitem nicht aus. Sie fordert, die Ende 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung zurückzunehmen und den im Jahr 2000 zwischen der damaligen Regierung und den Energiekonzernen vereinbarte Atomkonsens wieder zur Grundlage eines geplanten Ausstiegs bis 2020 zu machen. Außerdem verlangt sie die sofortige Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke und betont: "Atomenergie wird als mittelfristige Brückentechnologie nicht gebraucht."

Eckpunkte für zukunftsfähige Energieversorgung

Selbstverständlich darf man in diesem Zusammenhang nicht der Frage nach der Bedeutung der Atomenergie und Alternativen zu ihr ausweichen. Für die Industriegesellschaft ist Energie eine tragende Säule leistungsfähiger Infrastruktur - umso größer ist die strategische Bedeutung einer funktionsfähigen, klima- und ressourcenschonenden Energieversorgung. Die IG Metall formuliert als Eckpunkte eines zukunftsfähigen Umbaus der Energieversorgung

+ den Ausbau erneuerbarer Energien

+ innovative, hocheffiziente Kraftwerkstechnologie in der konventionellen Stromerzeugung

+ konkrete politische Maßnahmen für das Erreichen des selbstgesetzten Zieles, die Energieeffizienz zu verdoppeln

+ Investitionen in Netz- und Speichertechnologien, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu ermöglichen

+ die Begleitung des Strukturwandel in der Energieerzeugung durch eine arbeitsorientierte Industriepolitik


Das Positionspapier der IG Metall für eine nachhaltige Energieversorgung können Sie über untenstehenden Link (Wirtschaft-aktuell-1-2011.pdf) als PDF herunterladen.

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