15.03.2010
Massenphänomen Burnout

"Erschöpft, ausgebrannt, arbeitsmüde" - so überschrieb die "FAZ" vergangene Woche einen Artikel zur neuen Zivilisationskrankheit Burnout. Was bislang eher als eine Männerdomäne galt, auf die Frauen auch recht gut verzichten könnten, weitet sich zunehmend auch auf "junge Karrierefrauen" aus.

Jede/r neunte in Deutschland betroffen?

Genau genommen handelt es sich bei einem Burnout weniger um eine Krankheit, als um einen "Zustand körperlicher, psychischer und geistiger Erschöpfung, der durch normale Erholungszeiten nicht mehr kompensiert werden kann", zitiert die "FAZ" einen Experten. Trotz fehlender Zahlen über die wirkliche Verbreitung sind sich Fachleute einig, dass Burnout zum Massenphänomen geworden ist; Betriebskrankenkassen schätzen, in Deutschland könnte jeder neunte betroffen sein. Ihren Statistiken zufolge sind psychische Störungen jedenfalls einer der Hauptgründe für Arbeitsunfähigkeit.

"Akademikerinnen in der Rush-hour des Lebens"

Die Fachleute stellen derzeit eine Zunahme der Häufigkeit und der Intensität des Burnout-Syndroms fest - so stark, dass man in manchen Unternehmen wegen der damit verbundenen Ausfälle unruhig wird. Das Alter der Betroffenen nimmt gleichzeitig ab, und der Anteil der Frauen unter ihnen schießt in die Höhe. Die Definition der besonders gefährdeten Gruppe lautet entsprechend: "junge Frauen, Anfang 30, hochbegabt, ehrgeizig. Akademikerinnen in der 'Rush-hour des Lebens'".

Frische Luft, private Beziehungen - und ein guter Betriebsrat

Die "FAZ" berichtet von einem Unternehmen, dass mit einem Coach vorzusorgen versucht, der die Beschäftigten abends zum Heimgehen motivieren soll. Soweit solle es eigentlich gar nicht erst kommen müssen: Als vorbeugende Gegenmittel gelten frische Luft, Bewegung, Interessen außerhalb des Berufs und vor allem stabile private Beziehungen. Übrigens: Auch die Einhaltung vielfältiger Schutzregeln von Betriebsrat und IG Metall beugt dem Burnout vor.

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