07.06.2008
Armut und steigende Preise größte Sorge der Deutschen

Jeder Zweite fürchtet den wirtschaftlichen Abstieg, jeder Dritte hat große Finanzsorgen, die Armutsentwicklung in Deutschland ist für 83 Prozent der Befragten ein Grund zur Beunruhigung. Nur jeder Fünfte fühlt den Aufschwung.

Es ist ein ziemlich düsteres Bild, das der ARD-DeutschlandTrend Anfang Juni von der Stimmung der Deutschen zeichnet. Nichts drückt mehr auf die Stimmung als ständig steigende Preise, Löhne und Renten, die da nicht mithalten können.

 

Das Gefühl, nicht vom Aufschwung zu profitieren, resultiert vor allem aus der Wahrnehmung, dass sich der persönliche finanzielle Spielraum in den letzten Monaten wegen einer enttäuschenden Lohn- bzw. Einkommensentwicklung (34 Prozent) bzw. den kontinuierlichen Preissteigerungen (30 Prozent) nicht wesentlich vergrößert hat. Gut jeder Fünfte (22 Prozent) sieht sich nicht als Nutznießer, weil Ihrer Meinung nach Unternehmen und Besserverdienende ungleich mehr vom Aufschwung profitieren als sie selbst. 12 Prozent schließlich sehen sich durch eine als unsozial wahrgenommene Politik vom derzeitigen Aufschwung ausgeschlossen.

 

Für den DeutschlandTrend hat infratest dimap 1.000 wahlberechtigte Bundesbürger befragt. Danach gibt die Preisentwicklung der letzten Monate vielen Bundesbürgern das Gefühl, trotz Aufschwungs materiell nicht voran zu kommen. Sie ist mittlerweile auch ihr Sorgenthema Nummer Eins: 86 Prozent der Bundesbürger bereiten die steigenden Preise sehr große Sorgen. An zweiter Stelle steht die Armutsentwicklung, die für 83 Prozent ein Grund zur Beunruhigung ist. Ein globales Problem wie der Klimawandel steht erst an dritter Stelle.

 

Pessimistisch fällt der Blick der Befragten in die weite Zukunft aus: Nur 18 erwarten innerhalb der nächsten zehn Jahre, dass sich ihr Lebensstandard bessert, gut jeder Dritte erwartet eine Stagnation auf dem jetzigen Niveau. Vier von zehn (43 Prozent) rechnen damit, dass es ihnen in zehn Jahren wirtschaftlich schlechter geht. Bedenklich muss dabei stimmen, dass von den Bundesbürgern, die sich heute am unteren Ende der Gesellschaft ausmachen, nur eine Minderheit (13 Prozent) von einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation ausgeht.

 

Erschreckend ist: 32 Prozent sagen, ihre persönliche finanzielle Situation mache ihnen "große Sorge"! Jeder Dritte gibt in einer Telefonumfrage offen zu, dass seine Finanzlage prekär ist!

 

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