19.12.2007
Nach EADS-Entscheidung:
Arbeitnehmervertreter fordern Konzeption ein

(Pressedienst 58 /2007) Die Auseinandersetzung um das Umstrukturierungs- und Kostensparprogramm "Power8" bei Airbus dauert inzwischen schon über ein Jahr und geht weiter. Heute wurde in einer Videokonferenz der Europäische Ausschuss für Airbus (ECA) des Europäischen Betriebsrates über die Entscheidung des EADS / Airbus Managements informiert.

Das Management hat bekannt gegeben, dass sie an dem Verkaufsprozess festhalten und als bevorzugten Bieter für die deutschen Standorte Varel, Nordenham und Augsburg ein Joint Venture mit der Bietergruppe MT Aerospace (OHB) mit dem Finanzinvestor Cerberus (USA) ausgewählt haben. Bis Sommer 2008 soll ein endgültiges Ergebnis erzielt werden. Ziel des Managements ist es mindestens über drei Jahre eine Minderheitsbeteiligung zu erhalten.

 

Der vom Management geplante Veräußerungsprozess für Laupheim soll so weiter laufen wie geplant. Aussagen zu Laupheim wurden in der heutigen Sitzung vom Management nicht gemacht.

 

In der kurzen Sitzung wurden weder Konzepte noch die Wirtschaftlichkeitsberechnung dargestellt. Der Gesamtbetriebsrat hat nochmals seine Position gegen die geplanten Verkäufe der Standorte erklärt. Die heutige Entscheidung bestätigt unsere große Sorge über die Zukunft von Airbus und insbesondere die der betroffenen Standorte.

 

Gemeinsam mit dem Augsburger EADS-Betriebsrat werden in dieser Auseinandersetzung mit den Kolleginnen und Kollegen unsere Forderungen mit Nachdruck weiter einbringen. 

Diese sind:

  • eine langfristige Standortgarantie für die betroffenen Werke durch die Zusage der heutigen Arbeitspakete in den laufenden Programmen. Speziell für Augsburg keine Trennung der militärischen und zivilen Fertigung
  • die Beteiligung an den Arbeitspaketen des A350XWB und dem Nachfolger der heutigen A320-Familie, mit den entsprechenden Investitionen
  • der vertragliche Ausschluss von weiteren Verlagerungen durch die potentiellen Investoren.
  • ein langfristiger Kündigungsschutz bis mindestens 2015
  • die langfristige Fortführung der tariflichen und betrieblichen Regelungen
  • die langfristige Fortführung der arbeitsrechtlichen und sozialrechtlichen Standards sowie die Weiterentwicklung der Arbeitsbedingungen

 

Der Stil des Managements, fünf Tage vor Weihnachten den Beschäftigen in dieser Art und Weise mitzuteilen, dass das Management weiter am Verkauf festhält, ist unerträglich und zeigt den fehlenden Respekt zu den Menschen in diesem Unternehmen.

 

Mit der Entscheidung gegen Spirit als bevorzugten Bieter ist der drohende Ausverkauf der deutschen Luft- und Raumfahrt vorerst abgewendet.

 

"Die Mitarbeiter erwarten, wenn es zu einem Joint Venture mit MT Aerospace kommt, eine langfristige Zukunftsperspektive und dazu müssen die Konzepte auf den Tisch", so Rüdiger Lütjen, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Airbus Deutschland.

 

Werner Neugebauer, Bezirkleiter der IG Metall Bayern verlangte dass Airbus und MT Aerospace jetzt zügig ihre Konzeptionen auf den Tisch legen. „Die Menschen brauchen Klarheit wohin die Reise geht!" Die Beschäftigten hätten einen Anspruch auf Beteiligung am weiteren Prozess, betonte Neugebauer.

 

Gesamtbetriebsrat und IG Metall werden die Situation gemeinsam bewerten und im Neuen Jahr mit Nachdruck gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen für unsere Forderungen streiten.

 

Die Tatsache, dass OHB nicht mit eigenen Mitteln diesen Deal stemmen kann, macht dem Augsburger Betriebsratsvorsitzenden Peter Schönfelder große Sorgen. Nach seiner Auffassung werden die amerikanischen Geldgeber auf Seiten OHB Zielsetzungen einbringen, die den Interessen der Beschäftigten in allen Werken entgegen laufen könnten.

 

Jürgen Kerner, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Augsburg forderte den Erhalt des Augsburger Werkes in seinem militärischen und zivilen Teil, sowie die Beteiligung an den künftigen Airbus-Programmen A 350 und A 320 NEW: „Das Werk Augsburg darf nicht zerschlagen werden“

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