12.09.2007
Nur 12 Prozent gut

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer und seine Kollegen Frank Bsirske von ver.di sowie Jürgen Peters von der IG Metall haben einen Index zur Arbeitszufriedenheit vorgestellt. Das Ergebnis in einem Satz: Nur zwölf Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland werden von den Beschäftigten als umfassend positiv beschrieben.

Sommer, Bsirske und Peters stellten den DGB-Index "Gute Arbeit", der auf Aussagen von insgesamt 6.000 Beschäftigten aus allen Regionen, Branchen, Einkommensgruppen und Arbeitsverhältnissen basiert am Dienstag in Berlin vor.

 

54 Prozent der Arbeitsplätze liegen nach Bewertung der MitarbeiterInnen im Mittelfeld, erschreckende 34 Prozent werden als "mangelhaft" eingestuft. Der Index darf durchaus als repräsentativ gelten, da er nicht nur eine hohen Querschnitt von Beschäftigten erfasst, sondern diese auch detailliert nach 15 Kategorien von Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zum Einkommen werten.

 

Als "gut" gilt nach dem Index ein Arbeitsplatz, der einen Wert von 80 bis 100 Punkten erhält. Im Startjahr 2007 erreicht er einen Schnitt von 58 Punkten; damit liegt er unter dem Strich 22 Punkte hinter den Anforderungen an "gute" Arbeit, aber nur magere acht über der Grenze zu "schlechter".

 

Sommer mahnte dementsprechd, der Indexwert zeige "große Defizite und ein erhebliches Verbesserungspotenzial". Der berufliche Alltag sei unübersehbar zu sehr von Arbeits- und Zeitdruck, fehlenden Aufstiegsperspektiven, geringer beruflicher Zukunftssicherheit und nicht angemessenen Einkommen geprägt.

 

Besonders Befragte mit niedrigem Einkommen berichteten zudem auffallend oft von gesundheitlichen Belastungen, respektlosem Umgang, schlechter Führungsqualität und einem Mangel an Aufstiegschancen, laut Sommer "ein weiterer Beleg für miese Bedingungen im Niedriglohnsektor. Beides muss sich verbessern: die Entlohnung durch einen gesetzlichen Mindestlohn und die Arbeitsbedingungen."

 

Der Erste IG Metall-Vorsitzende Peters kritisierte, viele Arbeitgeber versuchten an der Qualität der Arbeitsbedingungen zu sparen und bereits erreichte Errungenschaften rückgängig zu machen. Er warnt, eine "rein auf Kostensenkung ausgerichtete Unternehmensstrategie unterminiert die Leistungsbereitschaft und Motivation der Beschäftigten. Damit wird eine wesentliche Voraussetzung für ihre Innovationsfähigkeit und damit auch die Basis für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zerstört."

Die ausführliche Auswertung der Befragung und mehr detaillierte Informationen zum DGB-Index "Gute Arbeit" finden Sie unter http://www.dgb-index-gute-arbeit.de/.

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