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10.03.2016
IG Metall Bayern wirft Siemens De-Industrialisierung vor

(Pressedienst 7 / 2016: Verlagerung von 1.000 Arbeitsplätzen geplant) Die IG Metall Bayern wirft der Siemens AG vor, dem Industriestandort Bayern mit ihren jüngsten Plänen schweren Schaden zuzufügen. Siemens hatte am 9. März seine Absicht bekannt gegeben, im Bereich Process Industries and Drives rund 2.000 Stellen vor allem an den bayerischen Standorten Ruhstorf, Bad Neustadt und Nürnberg zu streichen. IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler konkretisiert einen Tag später die Kritik der Arbeitnehmerseite:

„Nach derzeitiger Kenntnis sollen von den insgesamt 1.700 Produktionsarbeitsplätzen in Ruhstorf, Bad Neustadt und Nürnberg etwa 1.000 vorwiegend nach Osteuropa verlagert werden. Was Siemens verharmlosend als Kapazitätsanpassung in Europa darstellt, erweist sich also bei genauem Hinsehen als massive De-Industrialisierung des Standorts Deutschland beziehungsweise Bayern.“

Dass auch rund 100 Stellen innerhalb deutscher Standorte verlagert werden, ist nach Auffassung der IG Metall Bayern vor diesem Hintergrund nur ein Tropfen auf den heißen Stein, zumal weitere rund 600 Arbeitsplätze den Plänen zufolge ersatzlos gestrichen werden sollen. Siemens‘ Hinweis, man baue parallel in anderen Bereichen Arbeitsplätze auf, bewertet Wechsler als wenig stichhaltige Schutzbehauptung: „Natürlich ist es begrüßenswert, wenn beispielsweise Stellen in den Bereichen digitale Fabrik oder Windenergie geschaffen werden. Aber es ändert absolut nichts an der Tatsache, dass aus teilweise obendrein strukturschwachen Regionen Bayerns 1.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze auf Nimmerwiedersehen verschwinden sollen.“

Die IG Metall Bayern wird dies nicht hinnehmen und konsequent Widerstand gegen die Pläne der Siemens AG leisten, kündigt Wechsler abschließend an: „Wir fordern Herrn Kaeser nachdrücklich auf, diesen Aderlass der bayerischen Industrie zu verhindern. Von der bayerischen Staatsregierung erwarten wir, ebenfalls mit diesem Ziel beim Siemens-Vorstand zu intervenieren. Mit Bedauernsbekundungen und einer kosmetischen Reduzierung der geplanten Abbau- und Verlagerungszahlen werden wir uns nicht zufriedengeben.“

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