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02.03.2016
Mehr Autonomie in der Arbeitszeit

Eines der zentralen Themen auf der Agenda der IG Metall für die nächsten Jahre ist die Arbeitszeit. Deren Anpassung an massive Veränderungen der Arbeitswelt ist eine Herausforderung mit vielen Aspekten. Im Gegensatz zu früheren Ansätzen geht es heute weniger um eine generelle Reduktion, als um die Anpassung an unterschiedlichste individuelle Bedürfnisse.

Wem gehört die Zeit?

Die Anforderungen vieler Beschäftigter an ihre Arbeitszeit sind in den vergangenen Jahren deutlich vielschichtiger geworden. IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler fasste diese Erkenntnis aus der Beschäftigtenbefragung im Juni 2015 zusammen, als die bayerische IG Metall die Debatte mit einer Arbeitszeitkonferenz in Nürnberg anstieß: "Es gibt eine zunehmende Differenzierung der Interessen. Manche wollen mehr arbeiten als 35 Stunden, viele sind bereit zu mehr Flexibilität, und praktisch alle wollen mehr Souveränität über die eigene Arbeitszeit, beispielsweise im Sinne der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben oder angepasst an unterschiedliche Lebensphasen." Die IG Metall Bayern trägt dieser Entwicklung unter der Frage "Wem gehört die Zeit?" Rechnung.

Flexibilität keine Einbahnstraße

Eine aktuelle Untersuchung von Wirtschaftswissenschaftlern der Universität Basel bestätigt diesen Ansatz: Lange Arbeitszeiten führen demnach nicht zwangsläufig zu erhöhter Belastung, statt dessen ist die Gestaltungsmöglichkeit der eigenen Arbeitszeit entscheidend. Zu dieser zentralen Erkenntnis gelangten die Wissenschaftler beider Analyse von Zusammenhängen zwischen Stress und Arbeit: Fehlende Autonomie bei der Arbeitszeitgestaltung ist eine häufige Stressursache. Je mehr der Arbeitgeber Flexibilität des Beschäftigten fordert und je kleiner die eigenen Spielräume sind, desto stärker steigt das Risiko stressbedingter Belastungen. Umgekehrt fühlt sich weniger unter Druck, wer die eigenen Arbeitsstunden flexibel einteilen kann.

Belohnung mindert Druck

Ein weiterer Aspekt ist die Gegenleistung für den Einsatz Beschäftigter. Wer nach eigener Wahrnehmung fair bezahlt wird, fühlt sich generell weniger gestresst. Auch die Perspektive auf beruflichen Aufstieg oder die Erreichung anderer Ziele wirkt ähnlich, betonen die Experten: "Erstens sollten Arbeitgeber darauf achten, adäquate Gehälter zu zahlen. Zweitens sollten sie Aufstiegschancen ermöglichen. Und schließlich sollten sie Mitarbeitern mehr Kontrolle über ihre Arbeitszeit gewähren, beispielsweise durch Gleitzeit oder selbstbestimmte Arbeitszeit."

Es gibt also viel zu tun in Sachen Arbeitszeit - die IG Metall hat bereits angefangen.

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