Pfad: Home » Nachrichten » AnsichtSitemap ǀ  Impressum  ǀ  RSS  ǀ Suche
02.02.2016
Forderungsrahmen: 4,5 bis 5 Prozent

Nachdem die Tarifkommissionen in Bayern und den anderen Tarifbezirken Ende Januar ihre Forderungsempfehlungen für die Metall- und Elektrotarifrunde abgegeben hatten, hat der IG Metall-Vorstand am 2. Februar einen Rahmen von 4,5 bis 5 Prozent mehr Entgelt für die weitere Diskussion festgelegt. Sie mündet am 23. Februar in die endgültige Forderung der Bezirke, am 29. entscheidet der Vorstand über deren Genehmigung.

Wie hoch die Forderung am Ende auch ist, auf jeden Fall gilt: WIR für mehr!

Fair, finanzierbar, dringend geboten

Der erste IG Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann begründete die Entscheidung am Dienstag in Frankfurt: "Wir wollen mit unserer Entgeltforderung zur Verteilungsgerechtigkeit in unserer Gesellschaft beitragen. Die Forderung ist von den Unternehmen finanzierbar und sichert den Beschäftigten einen fairen und verdienten Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung. Sie ist zur weiteren Stärkung der Binnennachfrage ebenfalls dringend geboten."

Die wirtschaftliche Situation der Betriebe und Unternehmen ist insgesamt stabil, die Aussichten für 2016 sind, wie die meisten Wirtschaftsverbände einräumen, gut. Die IG Metall erstellt ihre Forderung wie immer auf Grundlage der mittelfristigen Zielinflationsrate der Europäischen Zentralbank (derzeit 2%) und einer erwarteten mittelfristigen gesamtwirtschaftlichen Trendproduktivitätssteigerung (ca. 1,1%) auf, ergänzt um einen Umverteilungsfaktor.

Lohnstückkosten gut verkraftet

Hofmann trat vor diesem Hintergrund dem aktuellen Argument der Arbeitgeberseite entgegen, gestiegene Lohnstückkosten müssten sich in einer möglichst niedrigen Forderung niederschlagen: "Die Ertragssituation ist 2015 auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau bei einer Netto-Umsatz-Rendite von respektablen 3,6 Prozent. Die Beschäftigung ist deutlich gewachsen. Die Metall- und Elektroindustrie hat den temporären Anstieg der Lohnstückkosten, auch auf Grund weiterer positiver Sonderfaktoren, damit sehr gut verkraftet."

Tarifflucht stoppen

Neben der Entgelterhöhung will die IG Metall die Tarifrunde nutzen, um die Erhöhung der Tarifbindung voranzutreiben: "Beschäftigte in nicht-tarifgebundenen Betrieben haben den gleichen Anspruch auf Tariferhöhungen. Sie verdienen bei vergleichbarer Tätigkeit im Durchschnitt 24,6 Prozent weniger. Gerecht geht nur mit Tarifvertrag! Deshalb werden wir in dieser Tarifrunde verstärkt Belegschaften aus Betrieben ohne Tarifbindung einbeziehen, um die Tarifbindung wieder zu steigern", betonte Hofmann.


» Die aktuellen Entgelttarifverträge laufen am 31. März 2016 aus, die Friedenspflicht endet am 28. April um 24 Uhr.

» Tarifnachrichten und Schnellinfos auf den Seiten der IG Metall Bayern

» drucken


dabei sein!
Team verstärken!
Neue Zeiten. Neue Fragen.