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28.01.2016
IG Metall Bayern beschließt Forderungsempfehlung für Tarifrunde

(Pressedienst 01/2016: Fünf Prozent Entgelterhöhung und mehr Gerechtigkeit durch Tarifbindung) Die Tarifkommission der IG Metall für die bayerische Metall- und Elektroindustrie hat in ihrer Sitzung am heutigen Donnerstag in Ingolstadt die Entgeltforderung aus den 21 bayerischen IG Metall-Geschäftsstellen beraten. Auf Grundlage dieser Diskussion hält sie für die diesjährige Tarifrunde eine Forderung von fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten für angemessen.

Die Entgeltforderung begründet sich aus der Produktivitätsentwicklung, der erwarteten Inflation und einer Umverteilungskomponente. Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, fasst die Diskussion zusammen: „Wir haben uns am Durchschnitt der Wirtschaftssituation aller Betriebe orientiert, also nicht nur an denen, die besonders gut dastehen. Insgesamt hat die Ertragslage der Unternehmen längst wieder das Vorkrisenniveau erreicht.“ Erhebliche Bedeutung hat auch die Stärkung des privaten Konsums für die wirtschaftliche Entwicklung, um neben dem unvermindert erfolgreichen Export eine weitere starke Säule zu bilden. Wechslers Fazit: „Wir wollen die Kaufkraft der Beschäftigten und damit die Binnenkonjunktur stärken.“

Die derzeitige Kampagne der Arbeitgeber auf Basis des Grundprinzips „Billiger ist Besser“ ist aus Sicht der Tarifkommission nicht nachvollziehbar. Dass gleichzeitig unverhohlen mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen gedroht wird, bezeichnet Wechsler als „unfaires Spiel mit der Angst der Menschen“ und weist darauf hin, dass „insbesondere die bayerischen Arbeitgeber keinen Grund zur Klage haben - ganz im Gegenteil!“. Zudem entziehen sich viele Arbeitgeber der Tarifbindung durch Tarifflucht und verschaffen sich dadurch einen unredlichen Wettbewerbsvorteil. Wechsler kündigt an: „Wir werden diese Praxis in der Tarifrunde öffentlich machen und skandalisieren. Es geht darum, Wettbewerbsgerechtigkeit herzustellen. Arbeitskosten eignen sich nicht für einen Konkurrenz-Wettkampf.“


Hintergrundinformation:

- Der Beschluss der bayerischen Tarifkommission wird an den Vorstand der IG Metall weitergeleitet. Auf der Grundlage der Beschlüsse aller regionalen Tarifkommissionen formuliert der Vorstand der IG Metall am 2. Februar 2016 seine Forderungsempfehlung als Basis für die weitere Diskussion. Ihre endgültige Forderung beschließt die bayerische Tarifkommission am 23. Februar 2016, der Vorstand entscheidet über die Genehmigung aller regionalen Forderungen am 29. Februar 2016.

- Bis zum 3. März müssen die Forderungen dem Arbeitgeberverband VBM zugestellt werden.

- Die 1. Tarifverhandlung für die bayerische Metall und Elektroindustrie findet am 16. März 2016 in Nürnberg statt.

- Die Friedenspflicht endet am 28. April 2016 um 24:00 Uhr. Ab diesem Zeitpunkt sind Arbeitskampfmaßnahmen möglich.

- In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie arbeiten rund 810.000 Beschäftigte.

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