Für die etwa 800 Beschäftigten der insolventen Gießerei Metal Technologies Kitzingen (MTK) und den vorläufigen Insolvenzverwalter, Bruno Fraas, wird die Zeit langsam knapp: Nur noch bis Ende Juni gibt es Insolvenzgeld. Dann muss ein Investor gefunden werden, damit die ehemalige Sachs-Gießerei überleben kann. Aber noch ist Hoffnung, es gibt Gespräche mit potenziellen Investoren.
Durch die Zahlung des Insolvenzgeldes durch die Agentur für Arbeit entstehen einem Unternehmen während der vorläufigen Insolvenz für die Dauer von maximal drei Monaten, keine Personalkosten. In vielen Fällen liegt darin eine Chance für die Fortführung des Betriebes. Bei MTK in Kitzingen läuft die Zahlung des Insolvenzgeldes Ende Juni aus.
Folglich müsste Mitte nächster Woche wohl das Insolvenzverfahren eröffnet werden, wenn sich nicht doch noch ein Investor findet.
Nach Angaben der Zeitung „Die Kitzinger“ hat die Gläubigerversammlung bereits vor Wochen darauf bestanden, dass die Verhandlungen nur noch mit interessierten strategischen Investoren und nicht mit Finanzinvestoren geführt werden. Ein strategischer Investor hätte für die Beschäftigten den Vorteil, dass er die Gießerei nicht als Abschreibungsobjekt missbraucht, sondern wirklich an einer Fortführung des Betriebes interessiert ist.
Die Zeitung zitiert der vorläufigen Insolvenzverwalter Fraas mit den Worten: „Die Verhandlungen sind relativ weit gediehen. Es zeichnet sich ein positives Ergebnis ab.“ Die zuständige IG Metall Verwaltungsstelle Würzburg will sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern, um die Verhandlungen nicht zu gefährden.
Fraas bestätigte der Zeitung, dass derzeit mit „einer Handvoll Unternehmen“ Gespräche geführt werden.
MTK war Ende April bundesweit in die Schlagzeilen geraten (siehe auch: In Verbindung stehende News) weil der Betrieb mit 800 Beschäftigten und hochmodernen Produkten durch unverantwortliche Zockerei des amerikanischen Eigentümers MTI und der beteiligten Banken in massive finanzielle Schieflage geriet und in deren Folge am 29. April Insolvenz anmelden musste.
Die amerikanische Gießereigruppe MIT hat bis zum heutigen Tag keinen einzigen Cent selber bezahlt, sondern den Kaufpreis durch die Beschäftigten finanzieren lassen. Die Hausbanken (Commerzbank und HVB) haben die Beibehaltung der notwendigen Kreditlinie nur für den Fall Aussicht gestellt, dass die MTI entsprechend Eigenkapital einbringt. Doch der amerikanische Eigentümer weigerte sich und so richten sich die Hoffnungen der Beschäftigten nun auf die potenziellen Investoren.



