(Pressedienst 2 / 2009) Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertreter bei BMW haben sich darauf geeinigt, punktuell in einigen Werken Kurzarbeit einzuführen. Die IG Metall Bayern zeigt Verständnis für die beschlossene Maßnahme und begrüßt die weitgehende Sicherung der Reallöhne, befürchtet allerdings zunehmende Probleme bei den Zulieferern.
Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „Durch die Stärke der IG Metall bei BMW ist es den Betriebsräten gelungen, mit dem Unternehmen Regelungen zu treffen, durch die die Beschäftigten auch in Zeiten der Kurzarbeit mindestens 93 Prozent ihres bisherigen Nettogehalts erhalten“. In den Fällen, in denen Arbeitsentgelt und Kurzarbeitergeld weniger als 93 Prozent ergeben, erfolgt eine entsprechende Aufstockung durch das Unternehmen. Dadurch erleiden die Beschäftigten nur geringe Einkommensverluste.
Neugebauer verwies darauf, dass BMW in der Vergangenheit große Gewinne eingefahren habe. Daher sei es nur logisch und gerecht, wenn das Unternehmen jetzt seinen Mitarbeitern, die diese Gewinne erwirtschaftet haben, entgegenkommt.
„Betriebsbedingte Kündigungen sind bei BMW kein Thema“, so Neugebauer, „die sind dank einer Vereinbarung, die die IG Metall und der Betriebsrat mit dem Unternehmen abgeschlossen hat, bis zum Jahr 2014 ausgeschlossen“.
Werner Neugebauer äußerte die Hoffnung, dass sich die beschlossene Umweltprämie positiv auf den Neuwagenverkauf auswirken werde und auch bei BMW zur Stabilisierung beträgt.
Die IG Metall Bayern befürchtet allerdings massive Auswirkungen der aktuellen Situation bei BMW auf die Beschäftigung bei den Zulieferern. Diese sind mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 250 Beschäftigten oft nicht in der Lage über Arbeitszeitkonten, Abbau von Überstunden und ähnliche Instrumente so flexibel zu reagieren wie ein Großunternehmen. Auch verfügen mittlere und kleinere Unternehmen oft nur über geringe Kapitalausstattung und sind derzeit von der schleppenden Kreditvergabe durch die Banken besonders betroffen.
Neugebauer forderte daher die Bayerische Staatsregierung auf, einen eigenen Mittelstandsschirm aufzuspannen und sich nicht allein auf die Bürgschaften des Bundes in einer Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro zu verlassen. Neugebauer: „Abwarten und zuschauen, was die Bundesregierung macht, ist einfach zu wenig. Ich erwarte von der Bayerischen Staatsregierung jetzt schnelles und entschlossenes Handeln.“
Von der Kurzarbeit bei BMW sind in den bayerischen Werken in Dingolfing 15.000 Beschäftigte, in Regensburg 8.000 Beschäftigte und in Landshut 2.700 Beschäftigte betroffen.


