303 ehemalige Beschäftigte der in die Insolvenz geratenen Kitzinger Eisen- und Metallgießerei MTK befinden noch in einer Transfergesellschaft. Diese soll zum Ende des Jahres auslaufen. Das bayerische Sozialministerium will nun gemeinsam mit der Agentur für Arbeit prüfen, ob den Menschen mit "maßgeschneiderte Qualifizierungsmaßnahmen" geholfen werden kann.

Sozialministerin Christine Haderthauer
im Gespräch mit den ehemaligen
MTK-Beschäftigten

Walther Mann (IG Metall Würzburg) und
Landrätin Tamara Bischof (unten)

Mehr als 150 ehemalige Beschäftigte der MTK waren nach München gefahren, um Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Ihnen und 150 weiteren Menschen droht ab dem Jahresbeginn die Arbeitslosigkeit. Organisiert hatte die Fahrt die IG-Metall. Begleitet wurden die ehemaligen Arbeiter und Angestellten von einem dreiköpfigen Kamerateam des bayerischen Fernsehens. Etwa 120 Kolleginnen und Kollegen sind über 50 Jahre alt, viele der ehemaligen MTKler sind Angelernte, mit entsprechend geringen Chancen auf dem ohnehin schon schwierigen Arbeitsmarkt in der Region Kitzingen.
Maßgeschneiderte Qualifizierungsmaßnahmen
Die ehemaligen MTKler erhofften sich ein stärkeres finanzielles Engagement des Freistaats, um die Transfergesellschaft verlängern zu können. "Vor Ihnen sitzt der Trümmerhaufen einer Firma, die 90 Jahre bestanden hat", sagte dort der frühere MTK-Betriebsrat Gerhard Pfaff. Landrätin Tamara Bischof verwies darauf, dass die MTK vor der Insolvenz einer der größten Arbeitgeber der Region gewesen sei.
Eine Fortführung der Transfergesellschaft durch Mittel des Freistaates lehnte Haderthauer ab. Dies sei Aufgabe des Insolvenzverwalters, der bereits erklärt hatte, dafür seien keine Gelder vorhanden. Sie könne nicht die Fehler des Managements, der Banken oder des Insolvenzverwalters ausgleichen und frühere MTK-Mitarbeiter durch den Staat beschäftigen, so die Ministerin.
Dennoch können die über 300 Kolleginnen und Kollegen, auf Hilfe der bayerischen Staatsregierung hoffen. Das Arbeitsministerium will gemeinsam mit der Agentur für arbeit prüfen, ob den Menschen mit Qualifizierungslösungen der Weg in einen neuen Job geebnet werden kann. Schon in den nächsten Tagen soll hierzu ein Gespräch zwischen IG Metall, Sozialministerium und der Agentur für Arbeit stattfinden.
Die ehemalige Sachs-Gießerei hatte im April Insolvenz angemeldet. (siehe auch: In Verbindung stehende News) Der bisherige MTK-Geschäftsführer Josef Ramthun kaufte mit Unterstützung der Banken die Gießerei aus der Insolvenz heraus. Mehr als die Hälfte der 840 Beschäftigten fanden wieder Arbeit in der neuen Franken Guss Kitzingen GmbH. Für die Beschäftigten, die ihren Arbeitsplatz verloren, war wenigstens der Lohn in der Transfergesellschaft bis Jahresende zu 80 Prozent gesichert.


