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20.03.2008
Verhandlungen über Restrukturierung bei Siemens-SEN

In der Woche nach Ostern beginnen die Verhandlungen zwischen der Siemens AG und den Arbeitnehmervertretern über die konkrete Umsetzung der anstehenden Restrukturierung bei der Siemens-Tochter Enterprise Communications (SEN).

Protest bei SEN in der
Münchner Hofmannstraße

"Die Verhandlungen sind für die gesamte Woche angesetzt", sagte Franz Tölle IG Metall-Betreuer des SEN-Gesamtbetriebsrats, gegenüber Dow Jones Newswires.

 

"Es wäre natürlich begrüßenswert, wenn in den Verhandlungen in der kommenden Woche bereits eine Einigung erzielt werden könnte, dieses ist aber nicht garantiert." Zumindest die Verständigung auf die wesentlichen Eckpunkte sei aber auch nicht ausgeschlossen, so Tölle weiter.

 

Bei SEN will sich Siemens von bis zu 6.800 der weltweit 17.500 Beschäftigte durch Personalabbau, Partnerschaften oder Verkauf von Teilen der Netzwerksparte trennen. In Deutschland sollen 3.200 Arbeitsplätze von den Plänen betroffen sein.

 

Bereits unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Pläne im Februar dieses Jahres, hatten sich IG Metall und Gesamtbetriebsrat bereit erklärt, über Lösungen mit echten Perspektiven für die Beschäftigten zu verhandeln (siehe: Siemens muss Verantwortung übernehmen). Durch eine seit dem 23.1.2005 geltende tarifliche Sondervereinbarung sind für diesen Siemens-Bereich betriebsbedingte Kündigungen bis zum 30.9.2009 ausgeschlossen.

 

Hauptverhandlungspunkte aus Arbeitnehmersicht sind die Instrumente, mit denen den von den Restrukturierungen betroffenen Mitarbeiter berufliche Perspektiven geboten werden können. Dazu gehören nach Angaben von Franz Tölle Umschulungsmaßnahmen ebenso wie die Ausgestaltung möglicher Transfergesellschaften. "Natürlich steht auch das Volumen der geplanten Stellenstreichungen nach wie vor auf der Agenda", so Tölle.

 

IG Metall und Beschäftigte kritisieren vor allem, dass trotz aller Appelle der Arbeitnehmerseite immer noch kein Zukunftskonzept vorliegt. Die jetzt verkündete Restrukturierung ist in erster Linie kostengetrieben - wohin es aber mit SEN wirklich geht, bleibt ungewiss.

 

Mit zahlreichen Aktionen hatte die Beschäftigten der verschiedenen SEN-Standorte in den vergangenen Tagen dagegen protestiert, dass nun offenbar erneut die Beschäftigten die Zeche zahlen sollen für Managementfehler, die auch CFO Joe Kaeser öffentlich einräumte und vor denen die Arbeitnehmerseite schon vor Jahren gewarnt hatte (siehe: Protest im gallischen Dorf).

 

Ob es bereits in der kommenden Woche zu einer grundsätzlichen Einigung kommen könnte, wollte eine Siemens-Sprecherin auf Nachfrage von Dow Jones Newswires nicht kommentieren.

 

Siemens Enterprise (SEN) hat seinen Hauptsitz in Bayern mit ca. 1.700 Beschäftigten in München, außerdem ist SEN in Bayern mit einer größeren Niederlassung in Nürnberg vertreten. In weiteren 12 Standorten gibt es kleinere Niederlassungen.

 

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