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26.03.2008
Tausende neue Jobs in der Metall- und Elektroindustrie

Nach Angaben von Gesamtmetall sind in der Metall- und Elektroindustrie allein im Januar dieses Jahres 27.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Einen so starken Jobaufbau gab es in der deutschen M+E-Industrie zuletzt vor über 40 Jahren.

Martin Kannegiesser
Präsident von Gesamtmetall

Wie Gesamtmetall im „Konjunkturbericht Metall- und Elektro-Industrie Januar 2008“ meldet, kletterten die Beschäftigungszahlen in der Branche auf insgesamt 3.576.000.

 

Trotz des starken Euro stieg die Auslandsnachfrage mit einem Plus von 16,2 Prozent mehr als doppelt so stark wie die Binnennachfrage (plus 7,2 Prozent). Die Produktion habe binnen Jahresfrist 10,5 Prozent zugelegt, meldet Gesamtmetall.

 

In den M+E-Berufen seien 2007 mehr als 75.000 neue Ausbildungsplätze geschaffen worden – ein Zuwachs von 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und zugleich Ausbildungsrekord seit der Wiedervereinigung.

 

Gesamtmetall-Präsident, Martin Kannegiesser freut sich in einem Interview mit der Bild-Zeitung über eine „Super-Leistung“, auf Jahressicht seien sogar 147.000 neue Stammarbeitsplätze entstanden.

 

Was Kannegiesser im "Bild"-Interview nicht sagt: Im Konjunkturzyklus von Einsparen und Neueinstellen ist die Branche nun wieder auf dem alten Job-Niveau aus dem Jahr 2001 angelangt. Damals hatten die Firmen der Metall- und Elektroindustrie einen beharrlichen Sparkurs begonnen, den sie über Jahre beibehielten. Auf das Verschweigen dieser Tatsache durch Kannegießer macht der der Spiegel aufmerksam.

 

Das Magazin berichtet in seiner Onlineausgabe, manche Firma könne jetzt gar nicht so schnell neu einstellen, wie sie die Produktion hochgefahren hat. Spiegel zitiert Verbandsdaten, nach denen im Januar 2008 fast jedes achte Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie Produktionsstörungen wegen Arbeitskräftemangels erlitt. Dieses Problem sei so gravierend gewesen wie nie seit der Wiedervereinigung, warnt der Verband in einer Analyse des Arbeitsmarktes.

 

Der Spiegel mutmaßt, die IG Metall werde die Jubelbotschaften Kannegießers sicher gerne hören - und in der nächsten Tarifrunde entsprechende Lohnsteigerungen einfordern.

 

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