soll von Fachkräftemangel schweigen
Bayerns Arbeitsministerin Stewens hat das ‚Bayerische Betriebspanel 2006’, eine repräsentative Betriebsbefragung unter 1 167 Betrieben vorgestellt. Die Ergebnisse sind ernüchternd: 52 Prozent der ausbildungsberechtigten Betriebe bilden nicht aus und immer weniger Firmen bieten Qualifizierungsmaßnahmen für ältere Beschäftigte an.
Seit 1993 führt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine jährliche Betriebsbefragung "Beschäftigungstrends" durch. Im Rahmen dieses so genannten Betriebspanels werden die Befragungsergebnisse von Betrieben aller Größenordnungen ausgewertet. Die Berichte können auf den Internetseiten des Bayerischen Sozialministeriums heruntergeladen werden.
Dr. Franz Prast von der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit: kommentiert die Ausbildungsbereitschaft der bayerischen Betriebe in einer Pressemeldung des Ministeriums recht wohlwollend: „Trotz einer erfreulichen Steigerung bei der Ausbildungsbeteiligung der bayerischen Betriebe gilt es, hier noch weitere Reserven zu erschließen. Das Betriebspanel sagt uns, dass von den Betrieben mit Ausbildungsberechtigung in Bayern 48 Prozent ausbilden, 52 Prozent der berechtigten Betriebe tun dies jedoch nicht. Wir müssen daher mehr Betriebe für eine Ausbildung gewinnen“
Deutlichere Worte findet Bayerns DGB-Chef Fitz Schösser: „Wer heute nicht entsprechend ausbildet, soll bitte schön morgen nicht über fehlende Fachkräfte jammern.“ Der DGB Bayern wies auch darauf hin, dass der Anteil junger Frauen an der Ausbildung in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen hat.
noch kein Fachkräftemangel
Einen allgemeinen Fachkräftemangel, wie von manchen Unternehmensverbänden behauptet, konnte die Umfrage nicht belegen. Allerdings würden die Ergebnisse auf einen erhöhten Fachkräftebedarf in einzelnen Branchen und Regionen hinweisen. In acht Prozent der bayerischen Betriebe habe es Ende Juni 2006 offene, sofort zu besetzende Stellen gegeben, sagte Stewens.
Die Untersuchung der bayerischen Betriebe verdeutlicht nach Einschätzung des DGB-Vorsitzenden auch, dass die bayerischen Unternehmen Ältere von der Weiterbildung weitgehend ausschließen. Immer weniger Betriebe würden Maßnahmen für ältere Beschäftigte anbieten und von den neu eingestellten Beschäftigten waren nur 8% über 50 Jahre alt.
Schösser: „Vor genau einem Jahr haben Staatsregierung und bayerische Arbeitgeber großspurig einen 9-Punkte-Plan zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation älterer Arbeitnehmer verkündet. Bereits damals wollte man die Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen verbessern, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Seitdem ist nichts passiert. Die Selbstverpflichtung der bayerischen Arbeitgeber ist nichts wert und reine Makulatur."


