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12.09.2008
Schlechter Stil

Der Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (VBM) hat heute per Fax einen Brief an den Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer, geschickt, der offenbar - obwohl nicht als „Offener Brief“ gekennzeichnet - gleichzeitig an die Presse versendet wurde.

Ein zu hoher Abschluss in der Phase eines beginnenden Abschwungs berge die Gefahr eines Anstiegs der Arbeitslosigkeit, heißt es in dem von Helmut Keese und Bertram Brossardt unterschriebenen Brief, der schon bei der Presse war, ehe ihn Werner Neugebauer auf dem Tisch hatte.

Der Pilotabschluss in Bayern 1995 scheint das große Trauma des VBM zu sein, denn in dem "Offenen Brief" wird betont, die Fehler, die in der Tarifrunde 1994/95 gemacht worden seien, dürften sich nicht wiederholen.

Die IG Metall wird auch künftig Tarifpolitik nicht über „Offene Briefe“, sondern am Verhandlungstisch und - wenn notwendig - mit Warnstreiks und Streik machen.

Da aber der VBM seinen „Offenen Brief“ direkt an die Presse verschickt hat, wollen wir den LeserInnen unserer Homepage die Reaktion von Werner Neugebauer nicht vorenthalten.

Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: "Ich freue mich immer wenn ich Briefe vom VBM bekomme, aber dieser hat mich doch sehr verwundert. Das ist das erste Mal in 20 Jahren, dass der VBM versucht über die Öffentlichkeit den Prozess der Diskussion in den Betrieben zu beeinflussen. Die IG Metall macht seit 50 Jahren eine verantwortungsvolle Tarifpolitik und wird sich davon auch durch diesen Stilbruch des VBM nicht abbringen lassen.

Die Argumente der Arbeitgeber gegen unsere Forderung sind immer die gleichen. Dieses Argument der zusätzlichen Arbeitsplätze hat noch nie gestimmt, dennoch tragen es die Arbeitgeber wie eine Monstranz vor sich her - sie glauben offenbar nicht einmal ihren eigenen Zahlen!

In der letzten Tarifrunde 2007 hatten die Arbeitgeber gedroht, der Abschluss müsse auf alle Fälle unter 2,5 Prozent liegen, jedes Prozent mehr würde jeweils 10.000 Arbeitsplätze kosten. Nun, der Abschluss lag bekanntlich wesentlich höher: Die Löhne und Gehälter stiegen in zwei Stufen um 4,1 und 1,7 Prozent. Und dieser viel höhere Abschluss hat nicht nur keine Arbeitsplätze gekostet, im Gegenteil: tausende neue Arbeitsplätze sind entstanden. Allein in Bayern gibt es heute etwa 40.000 Beschäftigte (Zählung des VBM!!) in der M+E-Industrie mehr, als vor einem Jahr.“

 

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Tarifrunde 2012

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