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19.04.2006
Altes Liliput-Angebot neu auf dem Tisch

(München) Das „neue“ Angebot der Metallarbeitgeber bei der fünften Verhandlungsrunde in Bayern ist für die IG Metall mehr als enttäuschend, da es wieder nur das alte war.

„Das Liliput-Angebot der Arbeitgeber ist noch weit entfernt von einer Lösung des Tarifkonflikts. Auch neu gemixt ist es nicht mehr wert als das Alte,“ sagte Richard Polzmacher, Tarifkoordinator der IG Metall Bayern, nach Beendigung der Tarifverhandlungen in München.

Das heutige Verhalten der Arbeitgeber habe gezeigt, dass sie keine eigenständige Lösung in Bayern anstreben, sondern nur Positionen von Gesamtmetall vortragen. Die geringe tabellenwirksame Erhöhung und das Verlangen, die Einmalzahlung von 0,6 Prozent betrieblich beseitigen zu können, habe für die IG Metall das Fass zum Überlaufen gebracht. Als Unverfrorenheit bezeichnete Polzmacher das Ansinnen der Arbeitgeber, die Beschäftigten ein zweites Mal für die Vermögenswirksamen Leistungen zur Kasse zu bitten. „Dafür wurde auch schon früher auf Lohnerhöhungen verzichtet. Jetzt die Beschäftigten noch mal dafür bis zu 0,4 Prozent abzuzocken, das ist die Höhe.“

Auch eine „bayerische Sondernummer“ mit Verzicht bei der Anhebung der Ausbildungsvergütungen kommt für die IG Metall nicht in Betracht. Statt einfach ihren Verpflichtungen nachzukommen und genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen, sollten die künftigen Facharbeiter Ergebnisbeiträge für die Betriebe bringen. Laut Polzmacher erklärten die Arbeitgeber in den vergangenen Verhandlungsrunden, dass sie nicht auf die Betriebe einwirken können, damit diese mehr Ausbildungsplätze für den Einsparungsbetrag zur Verfügung stellen könnten. „Sollen die jetzigen Auszubildenden für diese nicht nachvollziehbare Logik verzichten?“

„Die wenigen Tage bis zur entscheidenden Vorstandssitzung über die Beschlussfassung von Urabstimmung und einem möglichen Streik sollten die Arbeitgeber noch intensiv nutzen,“ sagte Polzmacher, „sonst läuft unweigerlich alles auf einen Großkonflikt mit einem unbefristeten Streik hinaus“.

Symbolisch überreichten Auszubildende bei den Verhandlungen der Arbeitgeberverhandlungsdelegation eine „Zeitbombe“. Richard Polzmacher: „So explosiv ist inzwischen die Lage geworden, da sich am Verhandlungstisch bisher nichts bewegt hat.“ Jammern ist zwar der Gruß des Kaufmanns, aber bei dieser ökonomischen Situation nicht angebracht. Wenn jemand Grund zum Jammern hat, dann sind es die Arbeitnehmer, die seit Jahren reale Einkommenseinbußen hinnehmen mussten.

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