(Pressedienst 48 / 2008) Bis Mittag waren auch heute wieder über 9.000 Beschäftigte aus 40 Betrieben in Bayern im Warnstreik. In den Betrieben stand die Produktion damit jeweils zwischen einer und vier Stunden still.
Den Auftakt machte die Nachtschicht des Motorkolbenhersteller Mahle in Alzenau, die für vier Stunden die Arbeit niederlegte. Um 6 Uhr traten ca. 2.200 Beschäftigte aus allen Werke der Bosch Rexroth AG in Lohr und von Rexroth Guss in Lohr in den Warnstreik.
Beim Traktorenhersteller AGCO Fendt waren in Marktoberdorf 800 Beschäftigte und in Asbach/Bäumenheim 250 Beschäftigte für eine Stunde im Warnstreik.
An einer Kundgebung von Beschäftigten der verschiedenen Werke der Firma Kuka in Augsburg beteiligten sich 500 Kolleginnen und Kollegen, bei Osram in Eichstätt waren es 400.
Am Warnstreik der Auszubildenden in Schweinfurt beteiligten sich 700 Jugendliche von ZF-Sachs, der Schaeffler KG, von SKF und Bosch Rexroth Mechatronics. Daniel Saal, Jugendvertreter von SKF: „Auszubildende sind heute zum Beginn ihrer Ausbildung älter, als früher, haben oft eine eigene Wohnung, die Preissteigerungen insbesondere bei Heizung und Lebensmittel trifft daher auch sie. Azubis sind produktiv tätig, tragen zum Unternehmensgewinn bei und wollen daher auch an den Gewinnen beteiligt werden.“ Die IG Metall Bayern fordert eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 75 Euro. Die Arbeitgeber haben bisher noch kein Angebot für eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung vorgelegt.
Seit Ende der Friedenspflicht fast 80.000 im Warnstreik
In der ersten Woche haben sich in Bayern mehr als 79.000 Beschäftigte aus 209 Betrieben an den Warnstreiks der IG Metall Bayern beteiligt. IG Metall Bezirksleiter Werner Neugebauer: „Die hohe Beteiligung zeigt, dass die Beschäftigten stinksauer sind über das Micky-Maus-Angebot der Arbeitgeber.
Neugebauer nannte die hohe Beteiligung „eine nachdrückliche Aufforderung an die Arbeitgeber, am 11. November ein sehr deutlich verbessertes Angebot mit an den Verhandlungstisch zu bringen. Die Stimmung in den Betrieben ist gereizt. Sollten die Arbeitgeber dieser Aufforderung nicht nachkommen, tragen sie die Verantwortung für Urabstimmung und Streik.“
Die Arbeitgeber haben am 11. November die letzte Chance, ohne flächendeckenden Arbeitskampf zu einem Ergebnis mit der IG Metall zu kommen. Ansonsten ist die IG Metall Bayern auf Urabstimmung und Streik vorbereitet.



