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07.08.2008
Personalkosten drücken statt Prozesse zu verbessern?

Die Situation für Infineon ist nicht einfach. Aber es waren weder der böse Markt noch die Mitarbeiter, die Infineon und Qimonda in diese Lage geführt haben. Es waren ganz offensichtlich falsche, zu spät getroffene Managemententscheidungen. Genauer gesagt, ein Mangel an marktgerechter Produktentwicklung. Ausbaden müssen es die Mitarbeiter.

Flugblatt für die Beschäftigten
bei Infineon
siehe auch pdf-Datei im Anhang

Infineon will Personal abbauen: weltweit sollen 10 Prozent aller Stellen gestrichen werden. Der Wahrheit näher kommt allerdings die Aussage: Personalabbau in Dresden und Regensburg jeweils 25 Prozent, in Villach und München 15 Prozent. Da der Rest der Welt glimpflicher davonkommt.

 

Hauptursache für die aktuelle Situation sei der Verlust und steigende Marktrisiken bei der Tochter Qimonda, sagt das Infineon-Management. Doch die Probleme waren absehbar und das Management hätte genügend Zeit zum Umsteuern gehabt. Die IG Metall übt daher in einem aktuellen Flugblatt (siehe pdf-Datei im Anhang) deutliche Kritik am alten und am neuen Vorstand. Das Flugblatt wird derzeit in den Betrieben über die Betriebsräte und Vertrauensleute der IG Metall verteilt.

 

Fakt ist, dass die IG Metall schon 2005 darauf hingewiesen hat, dass in absehbarer Zeit Speicher nicht mehr wirtschaftlich auf 200mm-Scheiben gefertigt werden können. Weder Vorstand noch Dresdner Geschäftsführung haben darauf reagiert. Außer mit Änderung des Schichtmodells und Ausweitung von Leiharbeit. Eine unternehmerischen Plan gab es nicht. Es wurden lediglich alle Mittel gesucht und gefunden, um das Risiko dieser jahrelang absehbaren Entwicklung auf dem Rücken der Mitarbeiter austragen lassen.

 

Das vorgelegte Programm 10+ aber sieht so aus, als ob der neue-alte Vorstand nichts dazu gelernt hat. Anstatt Geschäftsprozesse, Marktzugänge und Produkte daraufhin zu untersuchen, wie man mehr und teurer verkaufen und damit die Fabriken auslasten kann, werden Kosten überprüft, sprich: wird wie immer, wenn ein Vorstand nicht mehr weiter weiß, bei den Mitarbeitern gespart. Kapazitäten werden runtergefahren, bei Entwicklung und Fertigung, um Rendite zu machen.

 

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