Die IG Metall unterstützt die SPD bei ihrem Plan, die steuerliche Absetzbarkeit von Managervergütungen zu begrenzen. „Es kann nicht sein, dass die Steuerzahler die horrenden Managervergütungen auch noch indirekt finanzieren“, sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber am Dienstag in Frankfurt.
„Dem doppelten Mißbrauch durch exorbitante Managervergütungen bei gleichzeitiger steuerlicher Absetzbarkeit muß die Politik einen Riegel vorschieben, wenn sie außer Krokodilstränen zu vergießen, politisch glaubwürdig bleiben will.“ Statt ordnungspolitische Scheinargumente anzubringen, sollten die Kritiker eigene Vorschläge unterbreiten, um politisch in diese Fehlentwicklung einzugreifen.
Es habe sich gezeigt, so Huber weiter, dass weder Appelle, noch das Anrufen der Selbstheilungskräfte des Marktes, Manager von ihrer Selbstbedienungsmentalität abhalten. „Es ist doch das Mindeste, wenn wir durch bessere Offenlegung der Vergütungen eine höhere Transparenz über die Einkommenssituation von Topmanagern erhalten“. Die SPD habe hier das Heft des Handelns in die Hand genommen und einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. „Ich hoffe, dass sich die CDU diesem Weg anschließt.“
SPD-Vorschläge zu den Managergehältern
Das Präsidium der SPD verlangt am Montag in einem einstimmig gefassten Beschluss, die steuerliche Abzugsfähigkeit von Abfindungen für gefeuerte Manager zu begrenzen. Eine gesetzliche Deckelung von Gehältern strebt die SPD nicht an; das wäre verfassungswidrig, erklärte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. Die Begrenzung der steuerlichen Abzugsfähigkeit wäre hingegen ein mögliches rechtliches Instrument.
Nach dem Beschluss des Präsidiums soll "die Abzugsfähigkeit von Vorstandsbezügen und -abfindungen als Betriebsausgaben auf eine Größenordnung von einer Million Euro plus 50 Prozent des darüber hinausgehenden Betrags" beschränkt werden. Die bereits vorhandenen gesetzlichen Kriterien für die Angemessenheit von Vorstandsvergütungen sollen konkretisiert werden.



