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30.01.2008
Kaufkraft sinkt um 300 Euro

2007 stiegen die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent, der größte Preistreiber war der Staat. Allein die höhere Mehrwertsteuer ist für ein Drittel des Preisanstiegs verantwortlich. Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie beginnt erst im Herbst. Aber schon jetzt ist klar: Die IG Metall wird die Inflationsrate in ihr Forderungskonzept einbauen, um Kaufkraft und privaten Konsum zu sichern.

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Am kräftigsten sind die die Ausgaben im Bildungswesen explodiert, ein Plus von 22,2 Prozent steht hier zu Buche. Auch hier erweist sich der Staat durch die Einführung von Studiengebühren als größter Preistreiber. Kraftstoffe wurden um 4,1 Prozent teurer, Haushaltsenergie um 3,6 Prozent, für Lebensmittel mussten 3 Prozent mehr bezahlt werden.

 

Tarifabschluss sichert Reallöhne

Mit dem  Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie von über vier Prozent, konnte die IG Metall die Reallöhne in dieser Branche sichern. Auch die tatsächlich gezahlten Monatslöhne stiegen mit knapp drei Prozent kräftiger als die Inflationsrate.

 

Auch die chemische Industrie lag mit 3,6 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Deutlich darunter blieb fast der gesamte Dienstleistungsbereich, der vor allem von der Inlandskonjunktur abhängt.

 

Gesamtwirtschaftlich schaut der Trend leider viel schlechter aus: Die Tariflöhne stiegen dort um 1,4 Prozent, die Reallöhne gar nur um 0,9 Prozent. Wegen höherer Sozialabgaben und Steuern hatten die Arbeitnehmer im letzten Jahr jedoch nur 0,5 Prozent mehr zum Ausgeben, bereinigt um die Inflationsrate sank der reale Wert der Nettolöhne – also die Kaufkraft – um 1,7 Prozent, das ist ein Kaufkraftverlust von jährlich 300 Euro, rechnet der Bereich Wirtschaft, Technologie, Umwelt des IG-Metall-Vorstands in einer aktuellen Information vor.

 

Stimmbruch im Knabenchor

Die Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für 2008 mit einem ebenso hohen Preisanstieg wie in 2007. Eine Entspannung bei den Energiepreisen ist nicht in Sicht und auch der Preisauftrieb bei Lebensmitteln dürfte sich weiter fortsetzen.

 

Der aktuelle Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie läuft bis zum 31.10. 2008. Ihre Forderung für die nächste Tarifrunde wird die IG Metall erst im Sommer diskutieren. Klar ist aber: Auch künftig wird die IG Metall die Inflationsrate in ihre Tarifliche Forderungskonzepte einbauen. Denn nur höhere Löhne sichern die Kaufkraft und damit den privaten Konsum.

 

Helga Schwitzer, die im IG Metall Vorstand für Tarifpolitik zuständig ist, hat daher allen Forderungen aus Politik und Arbeitgeberverbänden nach Lohnzurückhaltung schon jetzt eine klare Absage erteilt. Diese Forderungen „wirken so deplatziert, wie ein Stimmbruch im Knabenchor“, sagte sie in einem Interview mit „Euro am Sonntag“. Es gäbe keinen Grund zur Bescheidenheit, sagte das IG Metall Vorstandsmitglied, denn die Geschäfte in der Metall- und Elektroindustrie laufen hervorragend, die Kapazitäten seien ausgelastet. „In mehr als 60 Prozent der Betriebe werden Überstunden gefahren und 15 Prozent der Betriebe geben sogar an, unter Kapazitätsengpässen zu leiden.“

 

Die üblichen Verdächtigen, wie ifo-Chef Hans Werner Sinn ("Lohnsteigerungen wären jetzt Gift") und VBM-Präsident Randolf Rodenstock hatten in den letzten Tagen vor hohen Lohnabschlüssen in der Tarifrunde 2008 gewarnt.

 

Dem hielt Helga Schwitzer entgegen: "Angemessene Beteiligung der Beschäftigten an der guten wirtschaftlichen Lage ist nicht nur eine Frage der der Gerechtigkeit, sondern stärkt auch die Binnenkonjunktur".

 

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Tarifrunde 2012

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