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17.09.2008
IG Metall Bayern fordert acht Prozent mehr

(Pressedienst 35 / 2008) Die IG Metall fordert für die 750.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Bayern eine Erhöhung der tariflichen Entgelte im Volumen von acht Prozent einschließlich einer sozialen Komponente. Die Ausbildungsvergütungen sind in allen Ausbildungsjahren einheitlich um 75 Euro anzuheben. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll 12 Monate betragen.

Diese Forderung beschloss die Tarifkommission der Gewerkschaft heute bei ihrer Sitzung in Bad Kissingen. Der Forderungserstellung war eine lange Debatte in den Betrieben vorausgegangen. Der Tarifkommission lagen Forderungen aus 240 Betrieben vor, in mehr als einem Drittel der Unternehmen hatten die Gewerkschaftsmitglieder mindestens neun Prozent mehr Lohn und Gehalt gefordert, bei 5 Prozent der Betriebe lagen die Forderungen zwischen 10 und 14,8 Prozent.

Konsequent für acht Prozent

Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „Der viel gepriesene wirtschaftliche Aufschwung seit 2004 ist an den arbeitenden Menschen weitgehend vorübergegangen. Die Forderung passt zur wirtschaftlichen Realität der Metall- und Elektroindustrie, die derzeit die höchsten Netto-Umsatzrenditen seit Mitte der 60er Jahre erwirtschaftet. Es ist an der Zeit, dass die Arbeitnehmer an diesem Aufschwung beteiligt werden. Deshalb: konsequent für acht Prozent.“

Der deutliche Preisanstieg für die unvermeidlichen Ausgaben, wie Nahrungsmittel, Heizöl, Benzin und Energie trifft insbesondere die Bezieher niedriger Einkommen, die praktisch ihre gesamten Einnahmen sofort wieder ausgeben müssen. Neugebauer: „Für viele Menschen wird die Luft immer dünner, daher fordert die IG Metall Bayern einen Tarifvertrag mit einer sozialen Komponente“.

Die Katastrophenszenarien der Arbeitgeber wies Neugebauer deutlich zurück. Neugebauer: „Die Arbeitgeber werden jetzt wieder behauten, diese Forderung gefährde Arbeitsplätze, dieses Schreckgespenst malen sie in jeder Tarifrunde an die Wand.“ In der letzten Tarifrunde 2007 hatten die Arbeitgeber gedroht, der Abschluss müsse auf alle Fälle unter 2,5 Prozent liegen, jedes Prozent mehr würde jeweils 10.000 Arbeitsplätze kosten. Der Abschluss lag bekanntlich wesentlich höher und hat keine Arbeitsplätze gekostet, im Gegenteil: tausende neue Arbeitsplätze sind entstanden. Neugebauer: „Allein in Bayern gibt es heute in der M+E-Industrie etwa 30.000 Beschäftigte mehr, als vor einem Jahr, darüber freuen wir uns sehr.“

Die erste Verhandlungsrunde in Bayern findet am 8. Oktober in Nürnberg statt. Am 31. Oktober endet der Tarifvertrag, ab1. November 0.00 Uhr sind Warnstreiks möglich. Neugebauer: „Der Zeitraum, der uns zur Verfügung steht, ist wesentlich kürzer als letztes Jahr. Die Arbeitgeber wollen einen schnellen Abschluss und sie wollen keinen Streik, sie haben es selber in der Hand.“

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Tarifrunde 2012

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