aktueller Pfad: Home » Nachrichten » Ansicht
23.02.2008
Siemens will bei SEN angeblich bis zu 3 000 Stellen streichen

Siemens will Zeitungsberichten zufolge bei seiner Sparte Siemens Enterprise Networks (SEN) in Deutschland fast jeden zweiten der 6 200 Arbeitsplätze streichen. Die IG Metall will schnell Klarheit. Falls es tatsächlich zu einem Stellenabbau komme, müsse eine sozialverträgliche Lösung für alle Beschäftigten gefunden werden, fordert IG Metall Bezirksleiter Werner Neugebauer.

SEN stellt Telekommunikationstechnik für Firmenkunden her. Im Herbst 2006 wurde SEN aus dem Siemenskonzern ausgegliedert. Seit der Gründung der Siemens Enterprise GmbH & Co. KG zum 1. Oktober 2006 sucht die Siemens AG nach einem Käufer für dieses Unternehmen. Anfang August 2007 hatte die Geschäftsleitung den Wirtschaftsausschuss darüber informiert, dass über 600 Stellen gestrichen werden sollen.

 

Nun sprechen Zeitungsberichte (z. B. FAZ) plötzlich von bis zu 3 000 der insgesamt ca. 6 200 Stellen in Deutschland, die in Gefahr seien. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Samstagsausgabe) berichtet ohne Angabe von Quellen, Siemens wolle so das Geschäftsfeld mit 17 500 Mitarbeitern weltweit für einen Käufer attraktiver machen. Von den bundesweit 6 200 Beschäftigten arbeiten 1 700 am Hauptstandort München.

 

Dass bei SEN Stellen abgebaut werden sollen, war also schon länger bekannt, allerdings ist die jetzt genannte Größenordnung völlig neu „uns trifft diese Zahl ebenso überraschend wie die Öffentlichkeit,“ sagte IG Metall Bezirksleiter, Werner Neugebauer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

 

Es darf kein zweites BenQ geben!

Am Dienstag (26.2.) ist bei SEN eine Sitzung des Wirtschaftsausschusses, „wir erwarten, dass dann Ross und Reiter genannt werden“, sagte Neugebauer. Die Beschäftigten bräuchten endlich Klarheit und Sicherheit über ihre berufliche Zukunft. Der Name "Enterprise" sei unterdessen zum Symbol für die unsichere Situation der Beschäftigten geworden: „Die schwirren irgendwo im Weltraum herum und wissen nicht, wo sie landen werden.“

 

Siemens und SEN seien in der Pflicht, darzulegen was sie wollen und dann werden sich die Mitbestimmungsgremien und die IG Metall mit den Plänen befassen. IG Metall und Betriebsrat bestehen unverändert darauf, dass Siemens und SEN eine sozial verträgliche Lösung für alle Mitarbeiter findet. „Einen zweiten Fall BenQ darf es nicht geben. Siemens und SEN sind in der Verantwortung“, so Neugebauer.

 

Eine sozialverträgliche Lösung könnte z. B. eine Weiterqualifizierung für die betroffenen Beschäftigten sein, um sie an anderen Stellen im Siemens-Konzern einsetzen zu können. „Siemens sucht ja händeringend nach Fachkräften.“ SEN brauche ein zukunftsfähiges Konzept, um auch künftig Telefonanlagen verkaufen zu können.

 

Für SEN wird bereits seit längerem ein Käufer gesucht. Siemens-Konzernchef Peter Löscher sagte am Freitag dem Nachrichtensender Bloomberg TV, man sei mit mehreren Partnern im Gespräch, die Verhandlungen seien weit fortgeschritten. In verschiedenen Zeitungsmeldungen werden immer wieder die Konkurrenten Nortel und Alcatel sowie der Finanzinvestor Cerberus als mögliche Käufer genannt.

 

Druckansicht weiterempfehlen
Share/Bookmark/Subscribe


Tarifrunde 2012

Kampagnen der IG Metall:

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.