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13.09.2006
Gemeinsam mit der IG Metall Bayern gegen Sozialabbau

(Pressedienst 71/2006) Vertreter der tschechischen (OS KOVO) und der slowakischen Metallgewerkschaft (OZ KOVO) informierten sich in der Kritischen Akademie Inzell drei Tage über Modelle zu flexiblen Arbeitszeiten und die aktuellen sozialpolitischen Debatten in Deutschland.

Besonders interessierten sich die ausländischen Gäste für die aktuellen Gesetzesvorhaben der Bundesregierung (Rente mit 67, Gesundheitsreform, Reform der Unternehmensbesteuerung).

Jaromir Endlicher, Vize-Präsident der tschechischen Metallgewerkschaft OS KOVO warnte vor den mittelbaren Auswirkungen dieser Vorhaben auch auf die Arbeitnehmer in Tschechien: „Wenn in der Bundesrepublik Deutschland die Belastungen für die Beschäftigten steigen, soziale Errungenschaften über Bord geworfen werden, die Menschen länger arbeiten oder weitere erhebliche Einschnitte bei der Rente in Kauf nehmen müssen, wird dies zu enormem Druck auch auf die Arbeitnehmer in Tschechien führen. Dann werden Arbeitgeber und Regierung in Tschechien ebenfalls weitere Einschnitte verlangen, um den alten Abstand wieder herzustellen und die Wettbewerbsfähigkeit Tschechiens zu sichern.“

Jaromir Endlicher und Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, warnten in diesem Zusammenhang vor einer verhängnisvollen sozialpolitischen Abwärtsspirale. Neugebauer: „Wenn die Gewerkschaften am 21. Oktober diesen Jahres in München, Berlin, Dortmund, Stuttgart und Frankfurt für die soziale Erneuerung Deutschlands und gegen die Gesetzesvorhaben der Großen Koalition demonstrieren, dann auch um diesen grenzübergreifenden, sozialpolitischen Erpressungen Einhalt zu gebieten.“

Die Metallgewerkschaften aus Tschechien und der Slowakei erklärten spontan, dass sie jeweils mit einer Delegation an der Kundgebung am 21. Oktober in München teilnehmen werden.

Zweiter Themenschwerpunkt neben der aktuellen sozialpolitischen Debatte in den beteiligten Ländern war das Thema: Flexible Arbeitszeiten. Johann Fink vom Betriebsrat der Audi AG stellte hierzu die verschiedenen Arbeitszeitmodelle bei Audi vor und verwies darauf, dass es bei dem Automobilhersteller unterdessen mehr als 1 000 verschiedene Arbeitszeitmodelle gäbe. Durch diese Vielzahl unterschiedlicher Formen der Verteilung der Arbeitszeit sei es möglich auf die für die Automobilindustrie typischen Produktionsschwankungen zu reagieren, ohne laufend Beschäftigte zu entlassen und wieder einstellen zu müssen.

Fink verwies darauf, dass durch die Vereinbarungen des Betriebsrates mit dem Arbeitgeber zur flexiblen Gestaltung der Arbeitszeit in den letzten Jahren die Zahl der Beschäftigten in Ingolstadt konstant gehalten werden konnte. Davor schwankte die Zahl der Beschäftigten im Produktionszyklus jeweils um ca. 4.000. Diese Regelungen bieten auch den Beschäftigten hervorragende Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Arbeit, Fortbildung und Familie.

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