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13.08.2008
„Das Ungerechtigkeitsempfinden der Menschen aufgreifen“

Der Vorstand IG Metall hat am Dienstag in Frankfurt den Anträgen der IG-Metall-Bezirke zur Kündigung der Entgelttarifvertrag zugestimmt. Damit ist der Weg frei für die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie im Herbst. Die Höhe der Forderung wird derzeit in den Betrieben und IG Metall Bezirken diskutiert und nach der Sommerpause beschlossen.

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung hat der Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, noch einmal klar gemacht, dass die IG Metall in diesem Jahr mehr fordern wird, als in der letzten Tarifrunde. Auf die genaue Forderungshöhe legte sich Huber nicht fest: „Wenn ich heute durch die Betriebe gehe, dann stoße ich mit nur auf gesamtwirtschaftlich basierten Zahlen auf Ablehnung bei den Arbeitnehmern. Den Leuten reicht keine Lohnerhöhung von vier Prozent. Das wären der gesamtwirtschaftliche Produktivitätsfortschritt von 1,5 Prozent plus einer durchschnittlichen Preissteigerung von 2,5 Prozent. Das entspricht nicht den Erwartungen der Menschen … Wir werden neben Inflation und Produktivität auch das Ungerechtigkeitsempfinden der Menschen in unserer Forderung aufgreifen.“

 

Ein Stück weit hätten die Supergehälter der Manager dazu geführt, dass sich die Mitarbeiter nicht adäquat beteiligt fühlen. Die IG Metall werde sich von den Unkenrufen über die angeblich schlechten Aussichten nicht abhalten lassen, einen gerechten Anteil für die Beschäftigten zu verlangen, sagte Huber.

 

Der Forderung nach einer möglichst hohen Einmalzahlung widersprach Huber deutlich: „Produktivität und Inflation sind auch keine einmaligen Ereignisse. Deshalb legen wir großen Wert auf eine gute strukturelle Lohnerhöhung. Die finanziellen Spielräume der Menschen, für die ich rede, sind gering. Die Belastungen, etwa durch die Inflation, sind erheblich gestiegen.“

 

Der letzte Tarifabschluss brachte den Beschäftigten eine Einmalzahlung von 400.- Euro und ab Juni 2007 um 4,1 Prozent höhere Einkommen. Zum 1. Juni 2008 gab es eine nochmalige Einkommenssteigerung um 1,7 Prozent sowie eine zusätzliche Einmalzahlung in Höhe von 3,98 Prozent eines Monatsentgelts. Der laufende Tarifvertrag endet am 31. Oktober 2008. Zu diesem Zeitpunkt endet auch die Friedenspflicht.

 

Die Tarifkommission der IG Metall Bayern wird am 17. September ihren Beschluss zur Höhe der Forderung fassen.

 

Einigung bei der Altersteilzeit noch vor der Tarifrunde?

Berthold Huber äußerte die Hoffnung, dass in der offenen Frage der Altersteilzeit noch vor der Lohnrunde eine Lösung mit den Arbeitgebern gefunden werden könne: Die IG Metall werde bald einen neuen Versuch unternehmen. „Jede Vermengung mit der ohnehin schwierigen Lohnrunde wäre für beide Seiten schlecht ... Es wäre einfach ratsamer, die Altersteilzeitfrage vor der Lohnrunde zu klären. Das ist ein Problem, das den Leuten auf den Nägeln brennt. Wir brauchen Lösungen für Menschen, die 40 Jahre lang im Akkord oder in Schichtarbeit die Knochen hingehalten haben.

 

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Tarifrunde 2012

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