In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie dürften sich nach Schätzungen der IG Metall im Februar 125 000 Beschäftigte in Kurzarbeit befinden. ‚‚Es vergeht kein Tag, an dem nicht neue Unternehmen Kurzarbeit anmelden’’, sagte Werner Neugebauer, am Freitag in München.
Nach einer aktuellen Erhebung der IG Metall Bayern wird derzeit in 180 Betrieben der bayerischen Metall- und Elektroindustrie über Kurzarbeit verhandelt. Das Volumen der Kurzarbeit ist dabei höchst unterschiedlich und bewegt sich zwischen wenigen Tagen im Monat bis zu 50 Prozent der betriebsüblichen Arbeitszeit. Im Schnitt ist in den genannten Betrieben mit einem Arbeitsausfall von etwa 25 Prozent zu rechnen.
Kaufkraftverlust von 27 Millionen Euro pro Monat
Allein durch die Kurzarbeit in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie sei mit einem Kaufkraftverlust von monatlich 27 Millionen Euro zu rechnen. Bei einem Arbeitsausfall von 25 Prozent und der üblichen Aufzahlung durch die Bundesagentur für Arbeit betrage der durchschnittliche Einkommensverlust (Fachentgeltgruppe 5) 221 Euro pro Beschäftigten.
Einkommensverlust, aber der Arbeitsplatz bleibt erhalten
Die IG Metall befürwortet den Einsatz von Kurzarbeit nachdrücklich und begrüßt die Maßnahmen der Bundesregierung zur Ausweitung von Kurzarbeit. Zur aktuellen Situation der Kurzarbeit in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie äußerte sich Werner Neugebauer auch am Telefon der radioWelt des Bayerischen Rundfunks: „Es kann und darf im Jahr 2009 keine betriebsbedingten Kündigungen geben, deshalb bin ich sehr froh, dass die Kurzarbeiterreglung ausgedehnt worden ist auf 18 Monate."
Für die betroffenen Unternehmen hat Kurzarbeit den Vorteil, dass -anders als bei Entlassungen - qualifizierte und eingearbeitete Mitarbeiter im Unternehmen gehalten werden können. Für die Arbeitnehmer hat Kurzarbeit den Nachteil, dass sie Einkommen und Kaufkraft verlieren, aber den Vorteil, dass der Arbeitsplatz erhalten bleibt.
Noch zu wenig Qualifizierung während der Kurzarbeit
Die Umfrage der IG Metall hat auch ergeben, dass von der neuen Möglichkeit Kurzarbeit mit zusätzlichen Qualifizierungsmaßnahmen für die Beschäftigten zu verbinden, noch in viel zu wenig Betrieben Gebrauch gemacht wird. Möglicherweise liegt das daran, dass die Förderung der Weiterqualifizierung während der Kurzarbeit noch ein relativ neues Programm der Bundesregierung ist. Neugebauer forderte alle Arbeitgeber auf, verstärkt von diesen Möglichkeiten Gebrauch zu machen: „Nur wo Arbeitgeber verantwortlich handeln und unter dem Motto Qualifizieren statt Entlassen agieren, können sie am Ende auch gestärkt aus der aktuellen Krise hervorgehen“.
Aktueller Stand in den bayerischen Regierungsbezirken
Aufgeteilt nach den sieben bayerischen Regierungsbezirken, ergab die Umfrage der IG Metall Bayern den nachfolgenden Stand zu den aktuellen Beratungen über mögliche Kurzarbeit in der M+E-Industrie:
Regierungsbezirk | Betriebe | betroffene Beschäftigte |
Oberbayern | 24 | 29.500 |
Niederbayern | 19 | 29.500 |
Schwaben | 14 | 7.500 |
Oberpfalz | 23 | 18.500 |
Unterfranken | 30 | 16.000 |
Oberfranken | 31 | 9.500 |
Mittelfranken | 39 | 14.500 |
| 180 | 125.000 |



