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19.07.2007
IG Metall fordert eine Fachkräfte-Initiative

Die IG Metall fordert eine Fachkräfte-Initiative. Aktuell gäbt es zwar keinen flächendeckenden Fachkräftemangel, sagte Dr. Regina Görner, Mitglied des Geschäftsführend Vorstands bei einer Pressekonferenz heute in Frankfurt, aber in einzelnen Regionen und bei bestimmten Qualifikationen gäbe es bereis Engpässe.

Regina Görner,
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Etwa bei Zerspanungsmechanikern, Maschinenbau- und Elektro-Ingenieuren oder IT-Spezialisten gibt es bereits Engpässe. Der Technologiebericht der Bundesregierung prognostiziert für 2014 einen Fehlbedarf von jährlich 10 bis 15 Prozent Absolventen von Ingenieurstudiengängen.

 

Das Problem ist hausgemacht und es muss auch zuhause bewältigt werden

Aber das Problem sei hausgemacht und müsse daher auch zuhause bewältigt werden, sagte Regina Görner und warf den Unternehmen vor, immer die falschen als Schuldige an den Pranger zu stellen: „das kennen wir aus der Debatte um den Rückgang der Ausbildungsplätze: Schuld sind nie die Unternehmen, sondern immer die anderen – die nicht ausbildungswilligen- oder fähigen Jugendliche, staatliche Überregulierung oder unzulängliche Schulen.“

 

Die Fachkräftedebatte bewege sich schon wieder im selben Gleise: Schuld seien wieder die anderen: technikfeindliche Jugendliche, schlechte Schulen und restriktive Zuwanderungsregeln. Görner empfahl der Wirtschaft die Lektüre des Evangelisten Matthäus (Kapitel 7 Vers 3): „Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?“ Sie forderte alle Beteiligten auf, hausgemachte Probleme auch zuhause zu lösen.

 

Erst wenn alle Hausaufgaben gemacht worden seien und immer noch Fachkräftemangel drohe, dürfe man mit ihr gerne über erleichterte Zuwanderungsmöglichkeiten reden: „Die IG Metall hat sich immer für ein weltoffenes Deutschland eingesetzt. Aber anderen Ländern die ausgebildeten Fachkräfte abwerben zu wollen, damit wir so weitermachen können wie bisher - das wäre doch die reine Abzocke! Nicht mit der IG Metall!“

 

Keine vorausschauende Personalpolitik in den Unternehmen, immer mehr Outsourcing, umfassender Personalabbau - seien die Fehler der Vergangenheit. Aber auch die mangelhaften Anstrengungen bei der Aus- und Weiterbildung räche sich jetzt. In den Betrieben seien auch dann noch die Ausbildungsplätze z.B. bei Zerspanungsmechanikern und Elektronikern zusammengestrichen worden, als der Mangel schon absehbar war.

 

Notorisch übersehen werde, dass Ingenieurmangel auch eine Folge des Ausbildungsplatz­abbaus sei.

 

Görner mahnte: „Die Zeit drängt: Fachkraft hat Lieferzeiten. Und die betragen bei Facharbeitern wie bei Ingenieuren mindestens drei Jahre. Die Schulab­gängerzahlen gehen zurück. Wenn jetzt nichts unternommen wird, wird das Problem wachsen.“

 

Fachkräfte-Initiative gefordert

Die IG Metall forderte daher Unternehmen, Politik, Tarifparteien und die Bundesagentur für Arbeit auf, endlich eine Fachkräfte-Initiative auf den Weg zu bringen, damit die Weichen richtig gestellt werden. Und legte hierfür 10 konkrete Vorschläge auf den Tisch. Regina Görner forderte u.a. Ingenieure nachzuqualifizieren und für Arbeitslose und ältere erwerbslose Ingenieure individuell zugeschnittene Weiterbildungsmaßnahmen anzubieten.

 

Außerdem fordert die IG Metall die Abschaffung von Studiengebühren sowie die Öffnung von Universitäten und Fachhochschulen für Menschen mit beruflichen Qualifikationen aber ohne formale Hochschulreife. Von den Unternehmen fordert die IG Metall eine Ausbildungsquote von mindestens sieben Prozent über alle Branchen hinweg und den systematischen Ausbau der Weiterbildung.

 

Den vollständigen 10-Punkte-Katalog der konkreten Vorschläge der IG Metall für eine Fachkräfte-Initiative finden Sie im Anhang „Dateien“

 

 

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